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Montag, 23. Juni 2014

Beerige Obsttörtchen

Meine Eltern sind mir (und meinem Bruder) wirklich gegenüber sehr tolerant. Ich kann mich eigentlich an keine Situtation erinnern, in der sie mich nicht unterstützt haben: Das Töchterchen reist quer durch Europa, um ein Konzert ihrer Lieblingsboygroup zu besuchen - kein Problem. Das Töchterchen zieht zu einer eigentlich wildfremden Familie in ein fremdes Land - kein Problem. Das Töchterchen ernährt sich von unfassbar exotischen Lebensmitteln (wie... Couscous!) - für meine Eltern unvorstellbar, aber an sich kein Problem. Das Töchterchen möchte Fallschirmspringen - wäre wahrscheinlich (für meine Eltern zumindest!) auch kein Problem. You get the picture. Mittlerweile gibt es allerdings eine Sache, die meine Eltern ganz und gar nicht verstehen können: Food-Photography. Oh, nein, was tut sie denn jetzt schon wieder? Warum schleppt sie den Kuchen bei dem Sturm und dem nahenden Platzregen nach draußen? Nein, wir haben keine schlichten Teller, aber das Service mit dem gelb-blauen Tulpenmuster ist doch so schön, nimm doch das! Moment mal, ist das die gute weiße Tischdecke, die auf dem Boden liegt? Und, OH NEIN, jetzt ist die Decke mitten in die Erdbeeren geweht! Wollten wir den Kuchen denn jetzt nicht eigentlich jetzt essen? Was machst du denn da?

... kurzum: Ich war am vergangenen Wochenende mal wieder auf Stippvisite in der Heimat und habe dort nicht nur ein paar sommerliche Beeren-Törtchen gebacken, sondern gleich auch noch die gute weiße Tischdecke ruiniert.


Für 6 Törtchen
80 g Mehl
20 g Speisestärke
1 TL Backpulver
3 Eier
60 g Zucker
1 Prise Salz
150 g Kuvertüre nach Wahl, gehackt
200 ml Schlagsahne
350 g frische Beeren nach Wahl
(Erdbeeren, Blaubeeren, Himbeeren, ...)
6 gehäufte TL Konfitüre nach Wahl
1 EL Puderzucker

Für die Biskuit-Törtchen heizt ihr den Backofen erst einmal auf 190°C (Umluft 170°C) vor und mischt das Mehl mit der Stärke und dem Backpulver in einer kleinen Schüssel. In einer größeren Schüssel verrührt ihr dann die Eier mit dem Zucker und dem Salz mithilfe eines Mixers für mindestens 6 Minuten, bis eine weiß-cremige Masse entsteht. Anschließend siebt ihr das Mehlgemisch in zwei Portionen in die Ei-Zucker-Masse und hebt es vorsichtig mit einem Schneebesen unter. Als nächstes legt ihr zwei Backbleche mit Backpapier bereit und verteilt auf jedem 6 Teigportionen mit einem Esslöffel möglichst weit auseinander, damit die Törtchen nicht zusammenlaufen. Die Bleche wandern nach einander für jeweils 9 Minuten in den Backofen.

Für die Schokocreme bringt ihr die Sahne erst in einem Topf vorsichtig zum Kochen, nehmt diesen dann von der Herdplatte und rührt die Kuvertüre unter bis sie geschmolzen ist. Wenn ihr das Ganze nun mindestens 30 Minuten abkühlen lasst, solltet ihr eine nicht mehr ganz so flüssige Schokocreme erhalten, die ihr dann später auf den oberen Törtchenhälften verstreicht und anschließend mit Beeren eurer Wahl garniert. Auf die untere Hälfte könnt ihr Konfitüre streichen (mehr dazu gleich) und dann setzt ihr ganz einfach ein halbes Marmeladentörtchen mit einem halben Schoko-Beerentörtchen zusammen. Vor'm Servieren mit Puderzucker bestäuben. Tadaaa!


Das Originalrezept für die Erdbeertörtchen stammt übrigens aus der aktuellen Für jeden Tag und wie ihr sehen könnt, habe ich mich außerdem auch noch für Blaubeertörtchen (mit Waldfrucht-Konfitüre) entschieden. Meine Familie und ich fanden die Törtchen (nach dem ausgibigen Shooting) sehr lecker, aber wir waren uns alle einig, dass eine leichte Quark-Joghurt-Creme (anstatt der Konfitüre) die Törtchen noch leckerererer machen würde - das werde ich nun auf jeden Fall beim nächsten Mal ausprobieren! Ich muss außerdem gestehen, dass ich ein bisschen getrickst habe. Meine Schokocreme für die Erdbeertörtchen war noch ein wenig viel zu flüssig, als ich sie auf die Törtchen gestrichen habe, aber bei dem nahenden Unwetter (und furchtbaren Lichtverhältnissen im Haus) musste ich mich beeilen und als ich dann spontan beschlossen habe, dass weiße Schokolade besser zu den Blaubeeren passen würde und dann aber leicht panisch feststellte, dass wir keine im Haus hatten, habe ich spontan zu heller Kuchenglasur gegriffen. Das war an sich auch lecker, aber Kuchenglasur wird natürlich viel fester/knackiger als mit Liebe selbstgemachte Schokocreme. 


Hach. Schade eigentlich, dass ich nur 6 Törtchen gebacken habe und mir keine Tupperdose mit Törtchen "für zuhause" vollstopfen konnte. Aber so kann ich nun umso mehr noch einmal Törtchen (mit Quarkcreme!) backen. 
Ich kann gar nicht genug von Erdbeeren, in allen Variationen, bekommen. Geht es euch genauso?

Montag, 16. Juni 2014

Erfrischender Sommersalat mit Melone, Feta und Minze

Es ist endlich Sommer! Ich weiß nicht, ob es euch ähnlich geht, aber bei so heißen Temperaturen habe ich meist gar keinen großen Hunger - außer auf Eis natürlich. Auf großartige Kochexperimente am warmen Herd habe ich da, in meiner eh schon recht aufgeheizten Wohnung, auch nicht besonders viel Lust. Dieses klitzekleine Problemchen habe ich jetzt aber lösen können, in dem ich mir den ultimativen Sommer-Salat zusammengemixt habe, der nicht nur super lecker, sondern auch noch total erfrischend (und bestimmt auch halbwegs gesund) ist. Die "Anleitung" für meinen Salat möchte ich heute mit euch teilen.


Grüner Salat nach Wahl
Wassermelone, in Würfeln
Salaturke, in Würfeln
Feta, zerbröselt

Dressing:
3 EL Wasser
3 EL Öl
Zitronensaft
Minze, klein gehackt
Salz

... wie ihr seht, sind meine Mengenangaben sehr vage - das liegt daran, dass ich meine Zutaten nicht abgewogen habe, sondern einfach nach Bedarf in die Salatschüssel geschmissen habe. Ich hatte noch ein Tütchen gemischten Salat (Eisberg, Endivien, Radicchio und ein paar Karottenraspeln waren auch noch dabei) und habe davon etwa die Hälfte des Salates, ein Drittel Gurke, ein großzügiges Stückchen Feta und gaaanz viel Melone zusammengemixt. Natürlich könnt ihr auch alle erdenklichen anderen Gemüse- und Obstsorten hinzugeben - je nachdem, was euch schmeckt. Das Dressing schmeckt ihr nach euren Vorlieben ab (spart nicht an der Minze, die ist super!) und gebt es dann über den Salat. Das Dressing hat in meinem Fall für eine seeehr große Portion gereicht -  die Melone macht das Ganze ja noch etwas wässriger und somit umso erfrischender. Am besten lasst ihr euch den Salat aber sofort schmecken, bevor er ansonsten zu matschig wird.


Ich finde die Kombi von knackigem Salat, süßer Melone, leicht saurem Dressing, salzigem Feta und frischer Minze einfach nur herrlich. Dabei muss ich gestehen, dass ich Melonen (jeglicher Art) bis zu meinem 23. Lebensjahr überhaupt nicht ausstehen konnte - selbst den Geruch von Melone und vor allem den Geschmack fand ich widerlich. Ich weiß wirklich nicht, welche Knoten sich letztes Jahr in meinen Geschmacksnerven gelöst haben, aber nun LIEBE ich Melonen. Fragt mich nicht.


Im Moment trinke ich zuhause übrigens am liebsten frischen kalten grünen Tee. Und was sind eure kulinarischen Sommertipps? :-)



Donnerstag, 12. Juni 2014

Resis weltbester Spargel-Champignon-Salat

Ihr lieben Kuddelmuddel-Leserinnen und -Leser,

liebt ihr Spargel auch so sehr? Ich persönlich gehöre zu den absoluten Spargel-Fans und freue mich jedes Jahr aufs Neue, wenn die Spargelsaison endlich beginnt. Den ersten Spargel kann man hier meist im April kaufen und als letzter "Spargeltag" gilt der Johannistag, also der 24. Juni. Da dieser immer näher rückt, möchte ich euch in diesem Post noch schnell auf einen herrlichen Spargelsalat aufmerksam machen, der wunderbar knackig und frisch ist und perfekt in den Sommer passt - egal ob zur abendlichen Grillfeier als Beilagensalat, zu einem wunderbaren Schweinefilet mit Hollandaise oder einfach als Hauptgericht mit einem Stück Baguette. Den Salat habe ich mir im Übrigen selbst ausgedacht :).


Ihr braucht:
- gemischten Blattsalat 
(ich bevorzuge Mischungen mit Rucola und Feldsalat... mhhhh!) 
- eine Schale frische Champignons 
- einen Bund frischen grünen Spargel 
- einige Stangen Lauchzwiebeln 
(Menge je nach Geschmack) 
- Kräuerbutter 
- Salz & Pfeffer

 
Als Dressing eignen sich vor allem leichte Essig-Öl Vinaigrettes, wie z.B. dieses hier, das Jule euch schon mit ihrem wunderbaren Reissalat vorgestellt hat:
- 4 EL Olivenöl 
- 2 EL Balsamicoessig 
- 2 TL Zucker 
- 1 TL Brühe (Pulver) 
- 1 TL Senf
- frische Kräuter 
(z.B. Schnittlauch, Thymian, Petersilie, Sauerampfer, Pimpernelle, ...)



Den Salat gebt ihr gewaschen und abgetropft in eine Schüssel. Die Champignons könnt ihr vierteln oder in Scheiben schneiden. Spargel ebenfalls in Stücke schneiden, ggf. holzige Enden vorher abschneiden. Lauchzwiebeln in feine Ringe schneiden.
Den Spargel und die Pilze bratet ihr in einer ordentlichen Portion Kräuterbutter an und gebt schließlich die Lauchzwiebeln hinzu, um sie auch ein wenig anzudünsten. Das Pilz-Spargel-Lauchzwiebel-Gemisch ordentlich mit Pfeffer und Salz würzen und noch warm über den Salat geben. Dressing drauf, alles gut durchmischen, und GENIEßEN! Super einfach, oder? :).




Kennt ihr noch andere tolle Spargel-Rezepte? Fantastisch finde ich z.B. überbackenen Ofen-Spargel oder ganz einfach gekochten Spargel mit einem leckeren Schnitzel, Salzkartoffeln und Sauce Hollandaise.



Montag, 9. Juni 2014

Grünes Veggie-Baguette (& Buchvorstellung)

Wunderbare Koch- & Backbücher sind ja bekanntlich eine meiner Leidenschaften, unter der mein armes, armes Billy-Regal mit den durchgebogenen Brettern leiden muss. Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Rezeptesammlung viel mehr Gerichte und Köstlichkeiten umfasst als ich jemals in meinem Leben zubereiten und essen kann, aber alleine entspannt durch die Bücher zu blättern, die schönen Food-Photography-Kunstwerke und Ideen anderer Köche zu bewundern, macht mir schon fast genauso viel Spaß wie das Kochen an sich. Heute möchte ich euch ein ganz besonderes Buch vorstellen, das noch viel mehr als nur ein Kochbuch ist und sich wie ein guter Roman lesen lässt: Aus Liebe zum Kochen von Yvonne Niewerth und Charlotte Schreiber aus dem Callwey-Verlag. Bevor ich mehr zum Buch an sich erzähle, möchte ich es euch aber erst einmal besonders schmackhaft machen und euch meinen absoluten Favorit aus dem Buch vorstellen - ein grünes Veggie-Baguette.


Für 2 Baguettes
2 kleine Zucchini, geraspelt und im Sieb ausgedrückt
1 Zwiebel, klein gehackt
1 Ei
etwas Mehl
Salz, Pfeffer & Muskat
100 g Feta
100 g Quark
Saft von 1/2 Limette
1-3 Zweige Thymian bzw. die abgezupften Blätter 
etwas Öl
2 kleine Baguettes (oder zwei Hälften eines großen :-))
Babyspinat

Für die Zucchinipuffer, die auf's Baguette kommen, vermengt ihr zu allererst die Zucchini mit der Zwiebel, dem Ei, Mehl, Salz, Pfeffer und Muskat - wenn der "Teig" zu wässrig ist, gebt ihr einfach noch etwas Mehl hinzu. Den Teig lässt ihr nun erstmal für ein Weilchen stehen, während ihr euch der Feta-Quark-Creme widmet. Dazu verrührt ihr den Feta mit dem Quark, dem Limettensaft und dem Thymian. Falls euch die Creme nicht cremig genug wird, könnt ihr auch noch ein wenig Olivenöl hinzugeben. Die Zucchinipuffer werden schließlich in heißem Öl von beiden Seiten kurz angebraten. Dazu gebt ihr esslöffelgroße Portionen Teig in die Pfanne und drückt die Teighäufchen mit dem Löffel platt - achtet darauf, dass die Puffer nicht zu heiß angebraten werden, weil sonst die schöne grüne Farbe verloren geht. Die Baguettehälften bestreicht ihr anschließend mit der Fetacreme, auf der unteren Baguettehälfte verteilt ihr ein paar Babyspinat-Blätter, darauf legt ihr dann die Zucchinipuffer. Wenn ihr mögt, könnt ihr darauf auch noch etwas Creme verteilen. Deckel drauf und schmecken lassen! Die leckeren Zucchinipuffer wird es bei mir nun garantiert öfter geben - mjam, mjam.


Wie schon gesagt, ist Aus Liebe zum Kochen aber viel mehr als nur ein Kochbuch. Das wunderwunderhübsche Buch mit dem türkis-goldenen Einband dreht sich um 25 Foodies, die natürlich alle leidenschaftlich gern kochen und genießen. Was das Kochbuch so besonders macht, ist ein ausführliches Portrait aller Foodies, das die Blogger, Restaurantbesitzer und Hobbyküche mit Einblicken in ihre Lebensgeschichten und ihre Küchenphilosophien ausführlich vorstellt. Im Anschluss jedes Profils gibt es dann 3-4 Lieblingsezepte von jedem Foodie - dabei reichen die Rezepte von extravagantem Okotopussalat, über BBQ-Gerichte bis zu köstlichem Apple Crumble. Zusammengesammelt und aufgehübscht wurde das Ganze von den Autorinnen Yvonne Niewerth (Kommunikationsdesignerin) und Charlotte Schreiber (Fotografin) mit ganz viel Liebe zum Detail.



Das grüne Veggie-Baguette heißt im Buch übrigens "Waldgeist-Baguette" und wurde (passenderweise) von Teresa von Resi Lecker Baguette kreiiert - ein Ein-Frau-Betrieb, der superköstliche Baguettes mit dem Fahrrad ausliefert und verkauft.


Aus Liebe zum Kochen ist nicht nur ein Buch, das sich (natürlich!) super als Geschenk für Foodies und Hobbyköche eignet, sondern es ist auch ein Buch, das man einfach mal auf dem Wohnzimmertisch (hübsch drapiert) liegen lassen kann und das so auch Gäste zum Durchblättern und schmökern animiert - bei mir liegt das Buch nun seit einigen Tagen neben dem Sofa und ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich mich gefesselt durch die persönlichen Geschichten der Köche lese. Viele Rezepte sind mir zwar zugebenermaßen etwas zu außergewöhnlich, aber trotzdem blättere ich nur zu gerne durch das Büchlein und lasse mich inspirieren. Als Nächstes werde ich auf jeden Fall das Bananen-Kokosmilch-Eis ausprobieren!


Hach, eines Tages wäre ich als kleiner Foodie auch gerne mal in einem solchen Buch vertreten :).

Herzlichen Dank an den Callwey-Verlag für das Bereitstellen des Rezensionsexemplares.



Donnerstag, 5. Juni 2014

Der Tag an dem wir zwei kleine Leben retteten


Der Tag, an dem Resi, Jule und ich zwei kleine Leben retteten, wird mir wohl lange in Erinnerung bleiben. Mitten im knallheißen Sommer letzten Jahres packte ich Rucksack und Tasche, um meine Damen für ein Wochenende in Marburg zu besuchen um zusammen Tee zu trinken und Kekse zu naschen, zu klönen, zu bummeln und zu entspannen. Die zwei Nächte, die ich dort war, habe ich bei Jule übernachtet, die in der Nähe eines kleinen Parkplatzes einer Fußgängerzone wohnt. Kurz nachdem ich angekommen war, erzählte mir Jule, dass sie in den Tagen zuvor ein paar mal beobachtet hatte, wie ein paar wuschelige und vorallem winzige Katzenbabies zwischen den Autos herum gesprungen waren und dass sie jedoch nicht wusste, zu wem die herumtollenden Wesen gehörten. 
Da der Parkplatz nur ein paar Schritte entfernt war, entschlossen wir uns vor einem Stadtbummel gemeinsam mit Resi nachzusehen, ob die Babies immer noch da waren. Schon nach kurzem Suchen entdeckten wir die kleinen Bündel, die ziemlich verwirrt zwischen den herum fahrenden Autos herum hüpften und sich ab und zu in einem nahe gelegenen Gebüsch versteckten. Bei genauerem Hinsehen mussten wir mit Erschrecken feststellen, dass die Kätzchen auf die Knochen abgemagert waren und auch ansonsten keinen besonders gesunden Eindruck machten. Uns fing an zu dämmern, dass sie entweder ausgesetzt worden waren mussten oder von einer wilden Katze groß gezogen wurden, die nicht über genügend Energie und Reserven verfügte, um ihre Kinder zu versorgen. 
Normalerweise hätten wir noch etwas abgewartet, um sicher zu gehen, dass die Kleinen nicht zu irgendwem gehörten, aber die Sonne knallte auf den Parkplatz, es war brühend heiß und wir mussten uns langsam eingestehen, dass die Kätzchen sich nur noch schwach am Leben festklammerten. Während sie vor einer Woche noch herumgetollt waren, lagen sie mittlerweile schwach am Straßenrand und bewegten sich bloß, wenn ihnen ein Auto oder Menschen zu nahe kamen. 


Noch am selben Abend fanden wir uns in einem Baumarkt wieder, die Hände voll mit Katzenfutter und Milch, Fischernetzen und Stoffhandschuhen. Als wir uns etwas nervös ans Einfangen der Katzen machten, hatten wir keine Ahnung, wie viel Herzblut und Anstrengung wir in diese kleine Aufgabe stecken würden und dass wir das Relaxen und Tee trinken auf ein anderes Wochenende verschieben mussten. Nach ein paar Minuten des Beobachtens fanden wir heraus, dass es sich um vier kleine Kätzchen handeln musste, die alles taten, was in ihrer Macht stand, um uns nicht zu nahe zu kommen. Doch die kleinen Mägen knurrten zu doll und am selben Tag hatten wir es geschafft, zwei der Kleinen mit etwas Milch anzulocken und mit todesmutigen Manövern und provisorischen Windelkartons einzufangen. Mein Herz schlug mir während dieser Stunden bis in den Hals, da sich schon bei der ersten Entdeckung der Kleinen der Gedanke in meinen Kopf schlich, diesen Wesen ein schöneres Leben und eine Chance darauf zu schenken. Auch wenn ich nicht geplant hatte, ein Haustier aufzunehmen, hatte sich mir diese Gelegenheit so vor die Füße gelegt, dass ich spätestens, als die riesengroßen, ängstlichen Augen aus dem Karton zu mir hochblickten, den Entschluss gefasst hatte, unsere ersten beiden Erfolgsfälle meine eigenen Kätzchen werden zu lassen. Beim Tierarzt ließen wir die Beiden durchchecken, wo wir heraus fanden, dass es sich um zwei Mädchen handelte, die zwar keine Krankheiten aufwiesen, aber vollkommen geschwächt waren. 
Der nächste Tag erwies sich als um einiges anstrengender als der zuvor gegangene, da die restlichen Kätzchen gewittert hatten, dass nun auch sie ihre Freiheit verlieren könnten und sich immer weniger vom Futter anlocken ließen. Nach ein paar Stunden stillen Wartens zusammengekauert auf dem Parkplatzboden schafften wir es, den Pappdeckel über dem dritten Baby der Runde zu schließen. Als es tiefdunkle Nacht wurde und sich das vierte Kätzchen nach endlosem Wartens und vielen erfolglosen Fangversuchen nicht mehr blicken ließ, brachen wir die Aktion ziemlich geknickt ab. Wir konnten das dritte Kleine an eine Freundin von mir vermitteln, die ebenfalls in Marburg wohnte, doch am nächsten Tag musste ich früh abreisen, und Resi und Jule waren auf sich allein gestellt. Wir haben es nicht geschafft, das vierte Baby zu fangen, es ist nie wieder aufgetaucht. Ich habe mir noch lange Zeit Gedanken darüber gemacht, was wohl passiert ist. Ich hoffe, es hat es geschafft und wenn es das Kind einer Wildkatze war, dass die Mutter genügend Reserven hatte, um ein Kleines durchzubringen. 


Meine beiden Mädchen taufte ich auf Hermine und Molly (liebt hier noch jemand Harry Potter so sehr wie ich?) und die nächsten Wochen und Monate wurde einer der anstrengendsten Zeiten meines Lebens. Es ist wohl niemals einfach, auf einmal Verantwortung für ein anderes Lebewesen zu übernehmen, doch meine beiden Kleinen hatten eindeutig Dinge erlebt, die sie dazu bewegten, die nächsten Wochen ausschließlich eingeschüchtert und verschreckt in eine Ecke gequetscht unter meinem Bücherregal zu leben. Ich versuchte, geduldig und so verständnisvoll wie möglich zu sein, rannte ihnen von Morgens bis Abends hinterher, machte hinter ihnen sauber, und sprang eines Morgens freudetaumelnd durch meine Wohnung, als Hermine nach ein paar endlosen Wochen ihr Stammquartier von unter dem Schrank auf einen Esstischstuhl verlegte. 


Es dauerte eine halbe Ewigkeit, dass Vertrauen der Kleinen zu gewinnen und ich kämpfte jeden Tag vom neuen dafür. Nach zwei Monaten wurde ich immer noch ab und zu angefaucht und ich googelte täglich Dinge wie "Wie nähere ich mich meinen Katzen an", "Werden mich meine Katzen jemals lieben?" oder "Katzen! Ich dreh durch!". Am schlimmsten waren die wenigen Male, in denen ich die Babies einfangen musste, um sie beispielsweise zum Tierarzt zu bringen. Ich fing generell zwei Stunden vorher mit der Prozedur an, da ich sämtliche Möbel verrücken und das Heil meiner Hände riskieren musste, um überhaupt in die Nähe von einer der beiden zu kommen. Ich verstand ihre Angst und sie taten mir unendlich leid, weshalb ich öfters verzweifelt in einer Ecke meines Zimmers zu Boden sank und mir nicht mehr zu helfen wusste. Vielleicht wäre es leichter gewesen, wäre ich jemals in meinem Leben zuvor in Kontakt mit Katzen gekommen, jedoch war das meine erste Erfahrung und jede kleine Annäherung der beiden erfüllte mich mit Hoffnung und Glück. Es dauerte fast ein halbes Jahr, bis ich Hermine anfassen durfte, und dann noch ein paar weitere Wochen, bis sie sich auf meinen Schoß traute. Um Molly muss ich mich bis heute bemühen und auch wenn wir uns Tag für Tag ein paar Millimeter mehr annähern wird es wohl noch eine Weile dauern, bis sie komplett ihre Angst verliert. Ich begreife jedoch mittlerweile, dass traumatische Erlebnisse sie zu diesem Verhalten bewegt haben und ich ihnen die Zeit geben musste und muss, die sie selber brauchen. 


Mittlerweile leben meine Mädchen fast ein Jahr bei mir und ich liebe sie über alles. Ich kann mir mein Leben nicht mehr ohne sie vorstellen und ich könnte manchmal stunden lang da sitzen, sie beobachten, mich schlapp lachen und mein Herz lacht dabei glücklich mit. Wir sind durch Höhen und Tiefen gegangen und doch überlebt am Ende der Gedanke, dass ich ihnen das Leben geschenkt habe, was sie verdienen. Wenn sie mit riesigen Augen durch unseren Garten streifen und man förmlich mitfühlen kann, wie sie ihre kleinen Abenteuer erleben, dann teilen sie ihr Glück mit mir und das macht mich stolz. Sie kommen jeden Abend zu mir zurück und streichen manchmal an meinem Bein entlang und sehen zufrieden zu mir hoch Ich wollte diese Geschichte mit euch teilen, da ich glücklich bin, dass Resi, Jule und ich den Anfang dieser gemeinsam erleben durften. Ich bin trotzdem froh, dass wir uns bei all den weiteren Besuchen wieder den wichtigen Dingen des Lebens widmen konnten: Tee trinken, Kekse naschen und Bummeln :). Ich würde gerne wissen, ob ich schon einmal etwas ähnliches erlebt habt, oder ob ihr vielleicht ähnlich gehandelt hättet. 

Mittwoch, 4. Juni 2014

2-in-1-Lunch: Chicken-Chili und Taco-Auflauf

An sich ist es ja schon immer (besonders bei Zeitmangel) recht praktisch, wenn man ein Gericht kocht, von dem etwas übrig bleibt, sodass man am nächsten Tag ohne schlechtes Gewissen nur ein Tellerchen in die Mikrowelle stellen braucht und noch einmal ein köstliches Mittagessen ohne Aufwand hat. Heute verrate ich euch, was noch besser ist: Ein Gericht, dessen (eingeplanten) Reste sich ganz einfach am nächsten Tag zu einem anderen (noch leckerererern) Essen verwandeln lassen.

  
Auf die Idee bin ich übrigens schon vor ein paar Monaten gestoßen, als ich durch eine meiner Lieblingskochzeitschriften, die Essen und Trinken - für jeden Tag, geblättert habe. Als ich nun vor ein paar Tagen Besuch von einer lieben Freundin hatte, war das die perfekte Gelegenheit, die beiden Gerichte endlich (leicht abgwandelt) einmal auszuprobieren. Am ersten Tag standen wir für das Chili etwa eine halbe Stunde in der Küche, am zweiten Tag brauchten wir für die Zubereitung des Auflaufs maximal 5 Minuten. Ich sagte ja schon, dass das Ganze praktisch ist, aber außerdem ist es auch noch super lecker!!


Tag 1: Chicken-Chili (für 2 Portionen)
600 g Hähnchenbrustfilet, gewürfelt 
etwas Öl
1 rote Paprika, gewürfelt
1 gelbe Paprika, gewürfelt
2 kleine Zwiebeln, gewürfelt
2 Knoblauchzehen, gepresst
1 EL Tomatenmark
1 Dose gehackte Tomaten
1 Dose Mais, abgetropft
100 ml Wasser
Salz, Pfeffer, Paprikapulver
100 g Feta
1/2 Limette
Fladenbrot

Zuerst schnappt ihr euch einen großen Topf, gebt ausreichend Öl hinein und bratet das Hähnchenfleisch an. Zwischendurch salzt und pfeffert ihr das Fleisch noch ordentlich und nehmt es aus dem Topf, wenn es gar ist. Nun schmeißt ihr das ganze Gemüse in den Topf (bei Bedarf mit noch etwas Öl) und bratet den rot-gelben Mix mit dem Tomatenmark an und schmeckt das Ganze mit Salz, Peffer und Paprikapulver ab. Als nächstes kommen die Tomaten und das Wasser mit in den Topf und während ihr das Chili etwa 5 Minuten vor sich hin kochen lasst, könnt ihr schon mal den Feta zerbröseln und die Limette in Spalten schneiden. Danach gebt ihr das Fleisch wieder mit in den Topf und lasst das Ganze für weitere 5 Minuten kochen und schmeckt zum Schluss noch einmal alles gut ab. Mit dem Feta, der Limette und dem Fladenbrot könnt ihr euch das Chili nun schmecken lassen. Die Hälfte des Chillis sollte ungefähr übrig bleiben, damit ihr daraus am nächsten Tag den Auflauf zaubern könnt.


Tag 2: Taco-Auflauf mit Guacamole (für 2 Portionen)
das restliche Chili vom Vortag
Taco-Chips (classic)
100 g Gouda, geraspelt
1 Avocado
2 EL Limettensaft
(aus der übrigen Limettenhälfte vom Vortag)
Salz & Pfeffer

Zuerst heizt ihr den Backofen auf 200°C (oder 180°C bei Umluft) vor und gebt das Chili in eine Auflaufform. Darüber verteilt ihr eine Schicht Taco-Chips (achtet darauf, dass keine Chips zu hoch stehen, weil die sonst eventuell im Ofen verbrennen) und darauf dann den Käse. Während der Auflauf dann für ca. 20 Minuten im unteren Backofendrittel backt, püriert ihr das Avocadofleisch mit dem Limettensaft und dem Salz und Pfeffer zu einer leckeren Guacamole. Wenn ihr mögt, könnt ihr auch noch Knoblauch, Lauchzwiebeln oder Schmand hinzugeben. Die Guacamole reicht ihr dann zum Auflauf.

Das ist doch mal was, oder? Ich mag mexikanisch angehauchtes Essen sowieso sehr gerne und dieses supereinfache 2-in-1-Essen wird es von nun an definitiv öfter mal geben :-).