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Montag, 22. September 2014

Über die Magie von Einwegkameras

Über die letzten 2 Jahre habe ich drei (Einweg-)Kameras vollgeknipst. Alle davon waren unterschiedliche Modelle. Anfang 2013 bekam ich von meiner Schwester eine Kamera als Mitbringsel aus Amerika. Über das Jahr hinweg hatte ich sie immer mal wieder in meiner Tasche und habe auf vereinzelten Anlässen ab und zu 2 oder 3 Bilder geschossen. Die zweite Kamera war meine geliebte Fischaugenkamera, in die ich seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder einen Film gesteckt hatte. Als wir uns Anfang Februar 2014 nach Nepal aufmachten, beschloss ich, das gute Ding einzupacken. Die letzte Kamera habe ich mir Anfang dieses Sommers in einer Drogerie gekauft, und zwar das günstigste Model von allen. Über sämtliche Festivals, Wanderungen und ähnlichen wundervollen Geschehnissen war sie mein Begleiter. Als ich vorletztes Wochenende das letzte Foto mit ihr geknipst hatte, beschloss ich mich, alle drei Kameras zum Entwickeln wegzubringen. 


Vom dem Moment an, in dem ich die Filme und Kameras in den Abgebschlitz einwarf, war die Aufregung auf die Ergebnisse fast unstoppbar. Ich konnte mich kaum mehr daran erinnern, was ich überhaupt aufgenommen hatte und konnte nicht abwarten, diese kleine Reise durch sämtliche Erinnerungen der letzten zwei Jahre zu unternehmen. Als ich heute die drei dicken Päckchen in den Händen hielt, wäre ich in der Schlange zur Kasse am liebsten von einem Bein zum anderen gesprungen. Und genau das ist die Magie von Analog- und Einwegkameras. Es geht darum, die Momente noch einmal zu erleben. Anstatt dass sie in Vergessenheit geraten, fließen die Erinnerungen einem durch Mark und Bein. Von der Drogerie bin ich durch den Regen zu meinem Auto gerannt und blätterte dann voller Faszination durch die einzelnen Bilder. Ich wäre vor Glück am liebsten ganz tief im Sitz versunken. Der spontane nächtliche Besuch meiner Freunde auf ihrer Fahrradtour. Zwischen glücklichen Menschen und Zelten im Wunderland unter Einfluss von magischer Musik. Bunte Farben im Gesicht und lachende Gesichter. Ein Ausblick auf Berggiganten. Ich war wieder da. 


Von ca. 60 Bildern, die ich heute in den Händen hielt, möchte ich euch nur ein paar wenige zeigen. Manche Erinnerungen gehen zu tief. Aber es reicht, um einen kleinen Eindruck zu erhaschen. Probiert es doch auch einmal aus. Ich habe mir heute schon meine nächste Kamera gekauft. Und da ist ganz viel Platz drauf für neue Erinnerungen.





PS: Mein Spezialtipp für euch: Ich benutze bei Einwegkameras zu 95% die Blitzfunktion. Sie werden sonst generell zu dunkel!

Samstag, 20. September 2014

Hurra, 1 Jahr Kuddelmuddel! (& Gewinnspiel)

Ihr Lieben, heute ist es auf den Tag genau ein Jahr her, dass Jules Kürbissuppe und somit unser allererster Eintrag online gegangen ist. So richtig können wir das gar nicht glauben. Letzten Sommer saßen wir zu dritt an Resis Esstisch, während Juli (damals noch ein "richtiges" Baby und gerade einmal ein halbes Jahr alt) geschlafen hat und haben wie wild kleine Farbschnipsel ausgeschnitten bis wir Blasen an den Fingern hatten und dabei darüber fantasiert, dass wir dieses Projekt auf unserem gemeinsamen Blog veröffentlichen würden, der zu dem Zeitpunkt noch gar nicht existierte. Nun, 12 Monate später, haben wir euch mit unseren Einträgen ein Stückchen weit mit um die Welt genommen, wir haben den Kochlöffel für euch geschwungen, wir haben Geschwister für euch im Regen posieren lassen, wir haben von Alltagsabenteuern mit Juli berichtet, wir haben gebastelt, geschminkt, frisiert, getestet, fotografiert, geträumt, geschrieben und dabei unglaublich viel Spaß gehabt.
Vor einem Jahr war unser Blog ein winzig kleines Projekt, von dem wir nicht wussten, wie es funktionieren würde, ob überhaupt irgendjemand unsere Einträge lesen würde und ob wir das Ganze wirklich durchziehen würden. In den vergangenen 52 Wochen haben wir unglaublich viel Liebe, Zeit und Kreativität in dieses Projekt gesteckt und konnten gleichzeitig mit großer Begeisterung beobachten, wie dieses Projekt immer weiter gewachsen ist - Eintrag um Eintrag, Leser um Leser. Mittlerweile haben sich genau 150 (!) Einträge auf unserem Blog angesammelt, die von fast regelmäßigen 400 Lesern abonniert werden und monatlich um die 6.000 mal angeklickt werden - dafür aus tiefstem Herzen ein ganz, ganz großes:

Wir sind sehr stolz auf das, was wir bisher geschaffen und geschafft haben, auch wenn es hin und wieder ein paar kleine Blogpäuschen geben musste, aber manchmal ist das Leben einfach ein bisschen zu kuddelmuddelig - ihr wisst das ja auch. Auch wenn es ab und zu ein wenig ruhiger ist, stehen wir drei voll und ganz hinter unserem gemeinsamen Kuddelmuddel und haben dabei noch viel vor. In den nächsten Tagen werden wir euch beispielsweise ein neues Mini-Projekt vorstellen, das ein fester Bestandteil des Blogs werden soll, aber dazu bald mehr. Heute möchten wir erst einmal unseren Geburtstag mit euch feiern! Und wisst ihr, was das Beste ist?

Juhu! Da wir Bedenken hatten, ob wir es hinbekommen würden, euch alle auf ein Stückchen Kuchen und auf einen Luftballon-Tanz einzuladen, haben wir ein paar ganz wunderbare Geschenke für euch organisiert, die ihr gewinnen könnt. Hierbei möchten wir uns ganz, ganz herzlich bei unseren wundervollen Sponsoren bedanken, ohne die diese virtuelle Geburtstagsparty nur halb so toll wäre - was ist denn schon ein Geburtstag ohne Geschenke? Gewinnen könnt ihr einmal das tolle Erinnerungsalbum "Das kleine Buch der großen Momente" von Eine-der-Guten, eines von 3 wunderhübschen Bloomingville-Geschirrtüchern von wunderschön-gemacht und ein geniales Starter-Set, um Schokolade selbst herzustellen, samt Schokoriegel, von Chocqlate.


Bevor wir uns jetzt dem Topfschlagen widmen, verraten wir euch natürlich noch, wie ihr eines der insgesamt fünf Geschenke gewinnen könnt: Wir wünschen uns zu unserem Geburtstag von euch, dass ihr uns einen Kommentar hinterlasst, in dem ihr uns sagt, welcher euer Lieblings-Kuddelmuddel-Blogeintrag ist. Dazu gebt ihr bitte noch euren Namen und eure Email-Adresse an, damit wir euch eine Ladung Konfetti in euer Postfach werfen können, wenn ihr gewonnen habt. Wenn ihr zusätzlich auch noch den entsprechenden Gewinnspiel-Eintrag auf Facebook teilt, schmeißen wir gleich noch ein Zusatzlos mit eurem Namen in den Lostopf. Dazu habt ihr Zeit bis zum 27. September (Mitternacht). Wir freuen uns auf eure Kommentare und wünschen euch ganz viel Glück.

Auf ein weiteres Jahr voller kuddelmuddeliger Abenteuer!


Freitag, 19. September 2014

Geburtstagskarten Printables

Morgen ist unser langersehnter 1. Bloggeburtstag! Wir freuen uns total drauf, weil wir ein bisschen stolz sind, dass wir es so weit geschafft haben und wir insgeheim glauben, dass wenn uns die kleinen Hindernisse und  ein bisschen größeren Mühen des ersten Jahres nicht umhauen, das auch so schnell nicht bald passieren wird :). Egal wie bunt der Familienalltag war, wie früh der Jobanfang und wie kuddelmuddelig das Leben, wir waren so gut für euch alle da, wie es uns möglich war, und genauso macht es uns Spaß! Wir lieben Kuddelmuddel eben. Damit ihr auch Geburtstag feiern könnt, egal welchen, gibt's heute für euch von uns 3en Geburtstagskarten Printables for free! 



Hier findet ihr die Karten in wundervoller Auflösung druckfertig für euch zu Hause:


Morgen könnt ihr euch auf einen bunten Eintrag voller Überraschungen freuen. Wir hoffen, ihr schaut vorbei!

Donnerstag, 18. September 2014

Mediterranes Kartoffel-Gemüse-Pfännchen

Gerade spielt sich eventuell mein Lieblingsmonat dieses Jahres ab (na gut, vielleicht abgesehen von der Vorweihnachtszeit) - ich habe noch einen Monat wunderbare Semesterferien und bin nun mit allen Hausarbeiten für die Uni fertig. Neben der Arbeit habe ich nun also unglaublich (und ungewohnt) viel Zeit, um To-Do-Listen mit tollen Dingen abzuarbeiten, für die ich bislang immer zu wenig Zeit hatte und dabei komme ich auch endlich dazu meine Rezepte-die-ich-mal-testen-möchte-Liste zumindest teilweise abzuarbeiten (UND ich fliege nächste Woche nach Irland). Juhu! Eines der Rezepte, das ich in den letzten Tagen ausprobiert habe, ist so einfach und dabei trotzdem so lecker, dass ich es gerne mit euch teilen möchte: Ein mediterranes Kartoffel-Gemüse-Pfännchen.


Ich kann euch versichern, dass das Kartoffel-Gemüse-Pfännchen genauso lecker ist, wie es aussieht. Das Rezept habe ich übrigens in der aktuellen deli gefunden - die deli ist meine absolute Lieblingskochzeitschrift und falls ihr sie noch nicht kennt, solltet ihr sie unbedingt mal durchblättern.


Für 2 Portionen:

250 g Kartoffeln
1 Zucchini
je 1 rote und gelbe Paprika (oder mehrere kleine)
2 Knoblauchzehen
1 Zwiebel
Olivenöl
Salz & Pfeffer
Rosmarin nach Belieben
100 g Feta-Käse, zerkrümelt
 
Zu allererst gart ihr die abgewaschenen Kartoffeln mit Schale in Salzwasser. Anschließend schreckt ihr die Kartoffeln mit kaltem Wasser ab und schält sie. Falls ihr noch Kartoffeln vom Vortrag übrig haben solltet, könnt ihr die natürlich auch nehmen. Die Kartoffeln, die Zucchini und die Paprikaschoten putzt und würfelt ihr dann, den Knoblauch hackt ihr und die Zwiebel schneidet ihr in feine Streifen. In einer großen Pfanne erhitzt ihr dann etwas Olivenöl und bratet darin die Kartoffeln mit dem Knoblauch, der Zwiebel und dem Rosmarin goldbraun an. Anschließend gebt ihr die Zucchini- und die Paprikawürfel dazu und lasst das Ganze für etwa 8 Minuten unter mehrfachem Wenden in der Pfanne brutzeln, eventuell müsst ihr noch einen Schuss Olivenöl hinzugeben. Zum Schluss würzt ihr nochmal ordentlich mit Salz und Pfeffer nach und serviert das Pfännchen mit einer großzügigen Portion Feta.


Die Kartoffel-Gemüse-Pfanne passt meiner Meinung nach super in jede Jahreszeit - auf der einen Seite ist das Gericht schön frisch und gleichzeitig auch deftig. Ich kann mir gut vorstellen, das Ganze noch mit anderen Gemüsesorten oder auch mit Pilzen oder Hähnchenfleisch zu ergänzen.


Stehen bei euch noch sommerliche Gerichte auf dem Kochplan oder wird es bei euch auch schon herbstlicher?

Dienstag, 16. September 2014

2 Tage in Kiel (ein Mini-City-Guide)

Nach dem Abitur sind viele meiner Schulfreunde, wie ich selbst auch, hinaus in die große Welt gezogen, haben Abenteuer erlebt und sich schließlich doch alle zum Studieren in verschiedenen Ecken Deutschlands niedergelassen. Auf der einen Seite ist das natürlich schade, weil man die liebsten Freunde nun viel seltener sieht und sich nicht mal eben auf einen Kaffee treffen kann, aber auf der anderen Seite hat man nun die Möglichkeit die Freunde in ihrer neuen Heimat zu besuchen und dabei selbst neue Städte zu erkunden - juhu! Neulich habe ich somit eine meiner allerliebsten Freundinnen in Kiel besucht und möchte euch heute ein paar wunderbare Orte in Kiel vorstellen, die wir angesteuert haben.


An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass dies kein klassischer "Städteführer"-Eintrag sein soll, der euch die touristischen Attraktionen Kiels auflistet, denn die könntet ihr euch viel ausführlicher überall sonst im Internet nachlesen. Ich möchte euch eher all die Ecken und Orte zeigen, die mir besonders gut gefallen haben und die ich euch nur wärmstens empfehlen kann, falls es euch auch in den hohen Norden verschlägt. 

Für mich war es der zweite Besuchs-Urlaub in Kiel und an sich habe ich dieses Mal knapp vier Tage in der schönen Stadt verbracht, aber mit dem Lokführer-Streik und dem ganzen Drumherum blieben uns nur zwei "richtige" Tage, die wir sehr entspannt angingen und dabei außerdem auch noch superduper Wetter hatten.


Zu allererst möchte ich euch einen Spaziergang an der Förde empfehlen. Bevor ich das erste Mal in Kiel war, dachte ich, um ehrlich zu sein, "Kiel liegt am Wasser, also liegt Kiel am Strand". Nun ja. Ganz so ist das aber doch nicht. Natürlich liegt Kiel am Wasser, aber die Stadt an sich wird "nur" von der Förde durchzogen und bis zum richtigen Strand ist es dann doch noch ein kleiner Weg. Aber an der Förde entlangzulaufen, die kleinen Boote und die großen Kreuzfahrtschiffe im Hafen zu beobachten, Möwen zu jagen und sich dabei die Brise durch die Haare wehen zu lassen ist schon wunderbar, wenn man die Stadt nicht verlassen möchte.


FISCHBAR (Camp 24/7, Kiellinie/Reventlouwiese): Direkt an der Förde befindet sich passenderweise auch die Fischbar, die köstliche handgemachte Fischbrötchen und unglaublich leckere Fish & Chips anbietet. Mir gefällt die Tatsache, dass die Fischbar großen Wert auf regionalen Wert und fairen Handel legt, genauso gut wie das liebevoll gestaltete Ambiente und die einmalige Speisekarte, die in "Kombüse" und "Schänke" aufgeteilt ist. Falls ihr also richtig guten Fisch zu kleinen Preisen in Wohlfühl-Atmosphäre mit Liebe zum Detail essen wollt, seid ihr bei der Fischbar auf jeden Fall richtig!


KAUFRAUSCH (Holtenauer Straße 69) und LANDART (Holtenauer Straße 62): Die Holtenauer Straße ist gespickt mit jeder Menge wunderschöner Krimskrams-Läden, in denen ich Stunden hätte verbringen können. Ich empfehle euch einfach die ganze Straße entlang zu bummeln, wenn ihr auf der Suche nach besonderen Geschenken für eure Lieben oder hübschen Schnickschnack für eure eigene Wohnung seid.


STILFREI (Holtenauer Straße 39) und TIGER (Holstenstraße 52): Stilfrei ist ein weiterer der wunderbaren kleinen Krimskrams-Läden auf der Holtenauer Straße, in dem ich am liebsten direkt einen großen Teppich und... eh... Wandfabe für meine Wohnung mitgenommen hätte, aber letztendlich konnte ich mich doch noch beherrschen, denn mein TIGER-Einkauf hat die Kapazität meiner Reisentasche schon fast gesprengt. Falls ihr TIGER nicht kennt: Das ist eine Ladenkette aus Dänemark, die sich momentan (zu meiner Begeisterung!) in ganz Europa ausbreitet. Letztes Jahr war ich in Dublin zum ersten Mal in einem TIGER-Laden und warte seitdem sehnsüchtig darauf, dass hier in der Region auch endlich ein Geschäft eröffnet - leider gibt es diese bislang nämlich nur in der nördlichen Hälfte Deutschlands. Bei TIGER gibt es nützlichen Haushaltskram in nordischem Design, Spielzeug, Bürozubehör, Geschirr, Lebensmittel und jeglichen Krimskrams - alles ist sehr hübsch und besonders gestaltet und dabei auch noch unschlagbar günstig. Auf der TIGER-Website, könnt ihr euch selbst mal einen Eindruck machen.


Das war übrigens meine TIGER-Ausbeute: ein Schneebesen, Messlöffel, ein Teller, ein Becher, Kullis, Kreidestifte (kann man als Lehrerin immer mal gebrauchen!), eine Vase und Servietten. Hach ja. Vielleicht ist es auch gar nicht schlecht, dass es hier keinen TIGER-Laden gibt, sonst würden meine Küchenschränke möglicherweise aus allen Nähten platzen.


WOCHENMARKT (Exerzierplatz, mittwochs und samstags): Wenn ihr auf der Suche nach frischen Lebensmitteln und den hübschesten Blumsensträußchen seid oder einfach nur über einen schönen, großen Wochenmarkt schlendern möchtet, empfehle ich euch den Markt am Exerzierplatz. Ich wünschte, bei uns auf dem Markt würde es genau so viele wunderschöne Blumen geben. Nur zu gerne hätte ich gleich mehrere Sträuße mit nach Hause genommen. Meine Freundin, als echte Kielerin, empfiehlt den Markt außerdem, um dort frisches Obst und Gemüse zu kaufen.


SCHREVENPARK: Für einen schönen Spaziergang oder ein ausgibiges Picknick eignet sich der Schrevenpark bestens. Der Park ist nur einen Katzensprung von der Wohnung meiner Freundin entfernt und ich bedaure es schon ein wenig, dass ich den riesigen Park nicht auch bei Herbst mit all den bunten Blätter erleben kann.


SCHOKODEERN (Holtenauer Straße 106) & CAFÉ RESONANZ (Mittelstraße 23): Nur einen Steinwurf entfernt vom Schrevenpark liegt das Café Resonanz - ein alternatives, uriges, vintage-iges, wunderhübsches kleines Café mit eigenem Garten, indem man sämtliche Kaffee- und Tee-Spezialitäten, köstliche Kuchen, Snacks und Frühstücksvarianten (oder auch als Spätstück!) aus aller Welt genießen kann. Ich habe mir hier allerbesten Apfel-Spekulatius-Streuselkuchen schmecken lassen. Schokodeern auf der Holtenauer Straße ist eine wunderbare Kombination aus Schokoladen-Manufaktur, Konditorei und Café - hier kann man sich nur die leckeresten Schokoladen-Leckereien genießen, sondern gleichzeitig vom Café aus auch durch eine Glasscheibe beobachten, wie in der Manufaktur neue Köstlichkeiten gezaubert werden.


QUARKEREI (Sophienhof): Als Frozen-Yogurt-Junkie konnte ich natürlich auch nicht an der Quarkerei im Sophienhof vorbeigehen. Hier kann man sich nicht nur verschiedenste Quark-Becher mixen lassen, sondern auch "Frozen Quark" mit köstlichen Toppings bestellen. Ich muss gestehen, dass ich gar nicht sagen kann, ob mir gefrorener Quark oder Joghurt besser schmeckt, aber es war auf jeden Fall total lecker. Dabei ist die Quakerei wunderhübsch gestaltet - vom Logo bis hin zum biologisch abbaubaren Löffel. 


NASCHKRAM (Theodor-Heuss-Ring 140): Zum Schluss möchte ich euch noch ein wahres Zuckerstück (hihi) empfehlen - den Naschkram-Lagerverkauf mit Kiels längster Naschbar. Hier gibt es die verschiedensten Süßigkeiten aus aller Welt, zum Abwiegen oder schon verpackt in Tüten und Dosen. Mein Herz ist natürlich bei all den skandinavischen Lakritz-Köstlichkeiten höher gehüpft, denn hier in Hessen scheine ich die einzige Person zu sein, die beim Wort "Lakritz" nicht angewidert die Nase rümpft. Allerdings liegt der Lagerverkauf weit abseits der Innenstadt im Industriegebiet und ich empfehle eher eine Anreise mit dem Fahrrad, Auto oder Bus - meine Freundin und ich sind den Weg abends nach einem langen Tag zu Fuß gelaufen und waren ganz schön platt, als wir den Naschkram-Lagerverkauf kurz vor Ladenschluss gefunden haben - zum Glück konnten wir unseren Blutzuckerspiegel dann direkt wieder aufladen.

Natürlich gibt es in Kiel noch viel, viel mehr zu sehen und zu entdecken, aber dies war nur eine Auswahl der Läden, Cafés und schönen Ecken, die mir besonders gut gefallen haben. Und findet ihr jetzt nicht auch - Kiel ist definitiv eine Reise wert! :-)




Samstag, 13. September 2014

Unboxing: Nonabox August 2014

Hallo ihr Lieben,

vor ein paar Tagen erreichte uns unsere letzte Nonabox. Wir hatten das große Glück, die Nonabox als dreimonatiges Abo testen zu dürfen. Die Nonabox begleitet Mütter und ihre Babies von der Schwangerschaft bis zum zweiten Lebensjahr und kann entweder einmalig oder ganz gemütlich in diversen Abos bestellt werden. Jede Box enthält sechs bis neun Produkte, die auf das Alter des Kindes abgestimmt sind. Im Flexiabo kostet eine Box dabei 25€, wenn man direkt ein Abo für mehrere Monate abschließt, kann man ein bisschen sparen. Nachdem uns der Inhalt unserer ersten und zweiten Box nicht ganz überzeugen konnte, haben wir gehofft, dass unsere letzte Box besser passen würde und... juhu, das war auch wirklich so!


Juli hat die Box entgegen genommen und eindringlich "Auf! Auf!" gerufen (vergleichbar mit der Euphorie, wenn es darum geht, einen Babybel möglichst schnell zu öffnen).

  

In der Box befand sich diesmal folgendes:


Das Buch "Das macht sie fit nach der Geburt" von Margarita Klein und Maria Weber
Auch wenn ich Julis Geburt mittlerweile schon fast zwei Jahre zurückliegt und ich mittlerweile auch längst wieder "fit" bin, ist das Buch sehr interessant gestaltet. Ich werde es gerne verleihen und vielleicht ja auch eines Tages noch einmal selbst gebrauchen können.

Zeitschrift "Junge Familie"
Die Zeitschrift ist ebenfalls sehr interessant und anschaulich - in (den wenigen) ruhigen Minuten werde ich sie gerne durchblättern.

Trinkbecher: Nuby - Sportsipper
Juhu, nachdem wir in der ersten Box ein Fläschchen hatten, für das Juli schon viel zu groß war, gab's in dieser Box einen Becher, den Juli super gebrauchen kann. Bislang trinkt Juli noch aus Bechern mit Schnabel, aber diesen Superhelden-Becher mit (den Angaben zufolge auslaufsicheren) Strohhalm werden wir gerne ausprobieren.

Erdbär - Freche Freunde: Apfel und Johannisbeere im Wasser
Wir sind große Fans der natürlichen "Erdbär Freche Freunde"-Produkte ohne Zustatzstoffe und das Trinkpäckchen hat Juli gerne getrunken (und dabei begeistert eine kleine große Sauerei veranstaltet - er hat den Dreh noch nicht ganz raus und versteht einfach nicht, warum man ein Trinkpäckchen nicht beherzt drücken sollte ;-))

Sanetta - "Eat Ants"Halstuch/Lätzchen
Das Halstuch ist sehr niedlich und wenn Juli Tücher (und Mützen) nicht nach maximal 30 Sekunden wieder ausziehen würde, würde es ihm auch bestimmt gut stehen :)

Schnuller: Novatex - Dentistar
Der Schnulli ist "bis zum 1. Zahn" gedacht und soll dabei mit seiner einzigartigen kiefergerechten Form Fehlentwicklungen durch das Nuckeln verhindern. An sich eine gute Idee, aber Juli hat nun ja schon alle Zähnchen (zum Glück auch ohne jegliche Fehlbildungen!)

Signal Zahnpasta "Kariesschutz"
Die Zahnpasta ist für die Mamis (und Papis) gedacht und wird auch zum Einsatz kommen, sobald unsere derzeitige Zahnpasta aufgebraucht ist.

Signal Kids Zahnbürste
Und noch ein Zahnpflegeprodukt! Für Juli war die Zahnbürste mit dem Piraten Capt'n Sharky (den er noch nicht kennt, aber er mag einfach jeden "At" (Pirat)) das Highlight der Box - er wollte auch direkt mit dem Zähneputzen loslegen...


Dazu gab es noch ein bisschen Werbung und einen Bastelbogen. Insgesamt war diese Box viel besser auf Juli zugeschnitten als die vorherigen Boxen - juhu! Am besten haben mir die Zahnbürste und der Becher gefallen, aber auch über das Buch habe ich mich gefreut. Dieses Mal war nur ein Produkt (der Schnuller) in der Box, das wir nicht gebrauchen konnten, aber das wird einfach weiterverschenkt.


Das Nonabox-Team hat sich für den (zum Teil) nicht ganz so passenden Inhalt der letzten Boxen entschuldigt und uns erklärt, dass in die kostenlos zur Verfügung gestellten "Promoboxen", die wir erhalten haben, häufig die "Reste" gepackt werden, damit die "richtigen" Abonennten der Box den besser zugeschnittenen Inhalt erhalten - das macht natürlich Sinn! Die Produkte, die wir nicht gebrauchen konnten, haben wir an Freunde und Familienmitglieder weiterverschenkt. Die Idee, die hinter der Nonabox steckt, Mütter und Babies monatlich und individuell an das Geschlecht und Alter angepasst zu überraschen, ist an sich ganz wunderbar und wir haben uns sehr gefreut, dass wir die Box drei Monate lang testen durften.

Danke, Nonabox!

Donnerstag, 11. September 2014

Nepal travelguide


Im Februar diesen Jahres haben drei meiner besten Kumpanen und ich unsere sieben Sachen gepackt und sind für 4 volle Wochen durch das atemberaubend fremdartige und bunte Nepal gereist. Ich hatte schon länger davon geträumt, in den südasiatischen Binnenstaat zu fliegen und nachdem wir gemeinsam ausgesprochen hatten, wie gerne wir zusammen eine Abenteuerreise erleben wollten, dauerte es nicht lange und unsere Entscheidung viel auf das an Tibet, China und Indien angrenzende Land am Himalaya. Immer, wenn ich vorher versucht hatte, mir ein Bild von diesem mir in meiner Vorstellung zauberhaft erscheinenden Ort zu machen, schwirrten Bilder von engen, verschneiten Bergkettenpfaden durch meinen Kopf, über die sich Entdecker und Abenteurer von einem winzigem, klapprigen Dorf zum nächsten wagten, um sich ein paar Tage später am Fuß des Berges im tiefsten Dschungel zwischen Wasserbüffeln und bunt gekleideten Frauen wieder zu finden. 
Wenn ich jetzt an die Wochen zurück denke, die ich in Nepal verbracht habe, dann fällt mir auf, wie sehr sich meine Vorstellungen von der Wirklichkeit entfernten und ihr doch gleichzeitig so ähnlich waren. 
Ich hoffe, mein dritter Reisebericht für Kuddelmuddel kann euch irgendwann einmal behilflich sein, wenn ihr weit reisen und etwas Atemberaubendes erleben wollt. Obwohl ich wieder einmal ohne jeglichen Reiseplan in den Flieger gestiegen bin, kann ich euch meine Route sehr ans Herz legen. Sie ist perfekt zugeschnitten für einen vier-wöchigen Aufenthalt, in dem ich versucht habe, so viele verschiedene Dinge wie möglich zu sehen. 


Unsere Reise fand ihren Anfang in der Hauptstadt des Landes. Kathmandu hat knapp eine Millionen Einwohner und ist somit flächenmäßig die größte Stadt Nepals. Unser fantastisches Hostel befand sich in einer Hinterstraße des Backpackerviertels, welches überlaufen ist an Läden, Touristenbüros, Rikshas, Taxen und Menschen. Ich glaube, ich habe mich langsam an all den Staub, den Lärm und die Gerüche gewöhnt, die auf einen einprasseln, sobald man in einer asiatischen Großstadt die Haustür hinter sich zuzieht. Es fiel uns schwer, in Kathmandu dem Wirrwarr zu entkommen, und doch haben wir es auch nicht mit aller Kraft versucht. Die Stadt hat ihren Charme, der einen den Atem nimmt, historische Gebäude zwischen Strommasten, buddhistische Klöster neben hinduistischen Tempeln und wütende Ladenbesitzer, an denen lachende Kinder vorbeirennen. 
Ich habe Kathmandu lieben gelernt. Am Ende unseres Trips konnte ich es nicht abwarten, wieder zurück zu kehren und noch einmal durch die chaotischen Straßen zu laufen. 
Niemand hier sollte es sich nehmen lassen, sich die riesige Stupa von Bodnath anzusehen, das buddhistische Zentrum der Stadt. Bei meinem Besuch wurde ich Zeuge von buddhistischen Ritualtänzen von Menschen in phantastischen Kostümen und dem Vortrag eines Mönches, der mich die Glaubensweise meiner eigenen Religion in Frage stellen ließ. Der Pashupatinath-Tempel hingegen bietet dem hinduistischem Glauben Platz und ist ein Ort für Gebete und Verbrennungszeremonien. Ich werde die Bilder der dort minütlich stattfindenden Verbrennungen wohl nie vergessen. 
Wir 4 hatten das große Glück, dass ein Tag nach unserer Anreise das sogenannte Maha Shivaratri stattfand. In Ehren der Göttin Shiva geht so ziemlich jeder Mensch feiernd auf die Straße, was alles noch voller und chaotischer, aber auch noch viel lustiger macht. Unser Hostel hatte eine Art Festival in den Bergen bei Kathmandu organisiert. Ein paar hundert Meter über dem Meeresspiegel konnten wir so unser Ankommen in diesem Land mit Musik, anderen Reisenden und Einheimischen feiern und sogar zum ersten Mal in der Ferne die gewaltigen Bergriesen erblicken, die den Horizont höher erschienen ließen als all das, was ich jemals vorher gesehen hatte.


Wie immer hatten wir von anderen netten Menschen in unserem Hostel den Tipp für eine gute Reiseroute bekommen, die uns als nächstes in den Chitwan-Nationalpark führte. Nachdem wir Kathmandu gründlich erkundet hatten, wollten wir alle ein bisschen mehr von der Natur Nepals kennen lernen und hatten schon bald einen nahezu perfekten Ort dazu gefunden. Aufgrund von Tigern, Krokodilen, Nashörnern, Bären und jeglichem anderen gefährlichen Monstertieren, die den Park bewohnen, ist der Zutritt nur mit einem ausgebildetem Führer erlaubt. Nachdem wir ein paar Touristenbüros abgeklappert hatten, in denen uns die wildesten Abenteuergeschichten erzählt wurden, in denen Krokodile auch gern mal den ein oder anderen Wanderer verdrückt hatten, fanden wir unseren Guide, der zum Glück zu wissen schien, was er tat und zudem auch supernett war. Wir konnten zwischen einer Jeep- und einer Wandertour wählen und entschieden uns für Letzteres, um den Tieren und der Natur so nah wie möglich kommen zu können. Unsere Route führte zwei Tage jeweils 9 Stunden abwechselnd über gut begehbare Wege und auch mal schleichend durchs Unterholz. Übernachten konnten wir in einem sehr simplen Dschungeldorf, in dem wir uns Abends zwischen Moskitos und leckeren Getränken von unserem Treffen mit einer Bärenfamilie erholen konnten, die ein paar Meter vor uns den Weg kreuzte, während uns 5 Meter weiter neugierige Krokodilaugen beobachteten - aber davon vielleicht ein andern mal. 
Ich mochte diesen Ort sehr, auch wenn ich am Ende der kleinen Safari sehr kaputt war und mich unglaublich doll auf einen Erholungstag freute, den wir in der wohl tollsten Unterkunft in ganz Nepal verbrachten, einem ECO village, dessen Besitzer Plastikflaschen und andere Gegenstände sammelt, die die Umgebung vermüllen, und sie sinnvoll zum Bau seiner Anlage verwendet (eine tolle Sache in einem Land mit einem nicht weitaus so gut organisiertem Müllsystems wie in Deutschland). Direkt hinter unserer Hütte floss ein Fluss entlang, indem öfters mal Elefanten baden gehen, die man dort auch reiten kann. Für diese tolle Dschungel- und Naturerfahrung würde ich Chitwan jedem Reisenden weiter entfehlen.


Pokhara ist eine ca. 200km von Kathmandu westlich liegende Stadt ziemlich genau im geografischen Mittelpunkt des Landes. Um einen See herumliegend und umgeben von Bergen, die bis über die 8000 Metergrenze ragen, ist sie ein Traum für Wanderer und Entdecker aus allen Teilen der Welt. Da sie ebenfalls als Startpunkt vieler beliebter Wanderrouten dient, ist sie ein beliebter Anlaufpunkt für viele Touristen. Hier eine bezahlbare Unterkunft zu finden stellte sich als etwas schwerer heraus, als bei den vorherigen Zwischenstops, irgendwann jedoch fanden wir ein kleines Hotel, was zwar nicht unendlich viel Charme, aber dafür warme Duschen hatte. 
Die Lakeside ist der bekannteste Teil der Stadt, da er, wie der Name schon sagt, direkt am wunderhübschen See liegt, auf dem man im Tretboot gerne mal einen sonnigen Nachmittag umherschippern kann, während man auf die gigantischen, schneebedeckten Berge schaut. Auch wir starteten hier zu einer Wandertour und als wir zurück kamen, nutzen wir die Stadt ein paar Tage zum uns erholen und die Seele baumeln lassen. Abends kann man hier zu - für Backpacker - erhöhten Preisen jede Menge Restaurants und Bars besuchen, ich würde jedoch immer die kleinen Hintergässchenlokale empfehlen, in denen die Gerichte teilweise gerade so die Hälfte kosten. Kulturell ist die Stupa auf dem Hausberg der Stadt zu empfehlen, die man mitsamt Bootstrip und ein paar Wanderstunden erreichen und umrunden kann. Am Ende unseres Aufenthalts fand das berühmte Holifestival statt, in dem so ziemlich jeder Mensch ganz Nepals auf den Straßen feiert und sich mit grellen Pulverfarben bewirft. Selten habe ich so etwas Buntes und Verrücktes erlebt, wie ein riesiger Mob streichen die Menschenmassen durch die Straßen und lassen es sich dabei auch nicht nehmen, engen Körperkontakt zu suchen und die Farben wirklich überall an einem abzuschmieren, sobald man mit der Masse verschmilzt. Wenn man etwas Acht gibt, kann man sich dem aber entziehen, ganz anders sieht es aus mit den gefühlten Millionen Litern Wasser, die von Dächern, Balkons und Fenstern auf die Vorbeilaufenden geschüttet werden. Es war unfassbar! Pokhara ist eine schöne Stadt, die man unbedingt bei einer Nepalreise besuchen sollte. 


Das Highlight meiner gesamten Reise war unsere 8-tägige Wandertour mit dem Anapurna-Basecamp auf fast 4200 Metern als Ziel. Der Anapurna-Berg selber ist mit 8091 Metern der zehnthöchste Berg der Welt und seine zwei bekanntesten Routen führen entweder um das beeindruckende Bergmassiv herum, oder eben zu dem genannten Basiscamp, welches den Verrückten, die es wirklich zur Spitze wagen möchten, Chance zur Aklimatisierung bietet. Mit 10 vorgeschriebenen Wandertagen erschien uns die Tour als gerade richtig und nachdem die Eintrittskarten für das Gebiet beantragt waren und wir uns mit reichlich MoMos (nepalesische Maultaschen) gestärkt hatten, begannen wir den Anstieg. 
Der Weg zum Camp führt über viele andere Berge langsam immer weiter nach oben, weshalb es keine Seltenheit war, dass wir nach einem anstrengendem Aufstieg von 700 Metern wieder 500 absteigen mussten, um das nächste Dorf auf der Route zum Übernachten zu erreichen. 
Die ersten drei Tage waren geprägt von unzähligen (!) steilen Treppenstufen, Ziegenherden, starkem Sonnenschein und sagenhaften Ausblicken auf das Tal, welches hinter uns lag und immer mehr in die Ferne rückte, und die weißen Gipfel vor uns, die immer mehr von sich Preis gaben, je weiter wir uns in Richtung Camp kämpften. 
Überall auf der Route befindet sich ca. alle zwei bis drei Stunden ein kleines Dorf mit wenigen Häusern, in denen für ca. einen Euro ein Bett für die Nacht gefunden werden kann. Pünktlich um sieben Uhr Morgens waren unsere Rucksäcke dann für die nächste Etappe gepackt und wir stapften in Richtung Ziel. Spätestens gegen 4 Uhr Nachmittags war der Himmel jeden Tag mit schwarzen Wolken verhangen und ein heftiger Regenschauer und unsere brennenden Beine zwangen uns, nach 6 - 8 Stunden Bergerklimmens erneut nach einem Platz für die Nacht zu suchen. 
Am vierten Tag kratzen wir an der 3000-Meter-Marke und ich bemerkte leichte Erscheinungen der Höhenkrankheit. Ich bekam heftige Atembeschwerden, Übelkeit und konnte tagsüber nicht mehr Essen als eine halbe Schüssel Müsli, was für eine solch anstrengende Tour nicht von Vorteil ist. Obwohl ich wohl kaum jemals so enttäuscht war, musste ich mir eine Tagesetappe vor dem Ziel eingestehen, dass ich nicht weiter gehen durfte. Mein absolut fantastischer Lieblingsmensch erklärte sich sofort dazu bereit, ebenfalls auf das Erreichen des Ziels zu verzichten und stattdessen mit mir den Rückweg anzutreten, während die anderen beiden es tatsächlich nach oben schafften. Im Nachhinein weiß ich, dass ich nicht mehr als 500 Meter Höhenunterschied pro Tag hätte bewältigen dürfen und ich möchte, dass ihr alle diesen Tipp befolgt, solltet ihr jemals solch eine Wandertour bestreiten. Als ich jedoch Nachts nach Tag 4 mit Handschuhen und Mütze und allen Klamotten, die ich dabei hatte, unter zwei Lagen Decken in einem klammen Bett lag, während der eisige Wind durch das undichte und natürlich unbeheizte Zimmer blies, war ich für ein paar kurze Augenblicke froh, doch nicht weiter aufsteigen zu müssen. 
Der Rückweg war wunderschön und führte uns an Wasserfällen und Reisfeldern vorbei, über klapprige Hängebrücken zu Unterkünften mit unvergesslichen Ausblicken auf die Berge. In heißen Quellen konnten wir uns von den Strapazen erholen und zum ersten Mal tagsüber ein bisschen die Füße hochlegen. Als wir wieder in Pokhara ankamen und ich beim letzten Treppenabstieg befürchtete, meine Beine könnten jeden Moment durchbrechen, wurde ich überwältigt von dem stolzen Gefühl, ein anderer Mensch zu sein. 


Auf dem Busweg von Pokhara zurück nach Kathmandu liegt auf 1000 Metern das kleine Bandipur, ein Dorf auf einem ca. 200 Meter breitem Sattel, auf den gerade so eine Straße und auf beiden Seiten mehrstöckige Lehmhäuser passen. Die Abgeschiedenheit des Dorfes und die gut erhaltene Architektur der wunderschönen Häuserbauten waren der Grund, warum es uns hierher verschlug. Wir fanden eine Unterkunft mit einem urigem Zimmer und einem sagenhaften Ausblick direkt von meinem Bett aus. Bandipur ist ein Ort, an dem sich bestimmt so mancher Althippie niederlässt, um zufrieden auf seiner Gitarre zu spielen, während der Blick über das Gebirge schweift. Ich mochte es hier sehr, jedoch hat eine Übernachtung zur Besichtigung des Ortes und der Umgebung ausgereicht. 


1. Nepal ist ein Abenteuer. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich diese Art von Reisen liebe. Für unglaublich wenig Geld kann man hier von Ort zu Ort kommen, wohnen, essen, trinken und leben. Natürlich darf man aus diesem Grund auch nicht den Luxus erwarten, den wir in Deutschland für selbstverständlich halten. Die Busreisen von einer Stadt zur nächsten über die schmalen, matschigen Bergstraßen, auf denen regelmäßig Autos in die Tiefe stürzen, waren angsteinflößend. Strom, warmes Wasser und Wasser im allgemeinen sind keine Selbstverständlichkeit und auch die Hygiene und das richtige Lagern von Speisen und Getränken steht hier nicht immer an der Tagesordnung. Wenn man jedoch darauf achtet, was man isst, dass man nur Wasser aus Flaschen trinkt, die vorher versiegelt waren und man mit etwas Sinn für Vernunft seinen Weg beschreitet, kann man daraus das Beste machen, ohne dass es wirklich schwer fällt. 
2. Wie in meinen anderen Reiseberichten möchte ich euch gerne den Tipp geben, so gut wie möglich mit der heimischen Kultur zu verschmelzen und sie anstatt als Leid als Geschenk anzusehen. Gast in einem Land zu sein bedeutet, die Regeln und Sitten eines diesen zu Beobachten und zu verinnerlichen und sie ernst zu nehmen. Unterhaltungen und Erlebnisse mit Einheimischen sind meist tolle Erlebnisse, von denen man profitieren kann. 
3. Finde die richtige Mischung zwischen Risiko und Sicherheit. Ich habe auf dem Shiva-Festival einen Gleitschirmflug gewonnen und meine erste Reaktion war, diese Chance auf keinen Fall wahrzunehmen. Ich bin im Nachhinein so froh, dass ich mich durchgerungen habe, indem ich mich ganz genau über die Sicherheit und die Erfahrung der damit zusammenhängenden Organisation informiert hatte. Der Flug war fantastisch und ich bin so stolz auf mich, dass ich ihn mitgemacht habe. Manchmal muss man einfach Ja sagen und auf das Bauchgefühl hören. Natürlich gehört auch hier ein gewisses Einschätzungsvermögen dazu, man sollte sich über mögliche Gefahren informieren und keine leichtsinnigen Wege ohne die Begleitung eines Vertrauten einschlagen. 
4. Nepal ist eine bunte Mischung aus Sonne und Schnee und Regen und Wärme. Obwohl ich überzeugter Verfechter der ungeplanten Reise bin, gehört ein gewisses Maß an Informationen über die Lage im Land dazu, um optimal packen zu können. Ich hatte jede Menge kurze Hosen und T-Shirts, aber auch eine Fleecejacke mitsamt Windbreaker dabei. Für eure Wanderungen, bei denen ihr nun wirklich keinen engagierten Träger braucht, reicht hingegen eine Jeans, 2 T-Shirts, 2 paar Unterwäsche, eine Zahnbürste und eine überlebensnotwendige Rei aus der Tube zum Waschen. Ein gesunder Rücken nach der dritten Tagesetappe ist wichtiger als eine nach Blumenwiese und Kokosnuss riechende Wanderbegleitung.
Und 5.

Ich hoffe, ihr habt meinen Bericht gerne gelesen und traut euch vielleicht auch einmal zu solch einem fremdartigem Trip. Ich kann nicht abwarten, meine nächste Reise zu bestreiten.