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Donnerstag, 27. August 2015

Monatslieblinge: August

Wahnsinn, ist der August auch so schnell an euch vorbeigerauscht wie an uns? Ihr habt ja bestimmt bemerkt, dass es hier auf dem Blog ein wenig ruhiger zuging, was daran lag, dass wir auf der einen Seite viel mit Arbeit und Uni(kram) zu tun hatten und auf der anderen Seite den Hochsommer einfach in vollen Zügen genossen haben, wie ihr vielleicht auf Instagram beobachtet habt. Abgesehen von den (oft lästigen) Pflichten hatten wir bisher einen richtig schönen Sommer mit vielen tollen  und entspannten Momenten. Auch wenn wir uns wünschen, dass der Sommer (und die Semesterferien) niemals enden, freuen wir uns unglaublich auf den September, wenn es für uns drei endlich wieder nach Irland geht. Bis dahin zeigen wir euch aber erstmal noch, wie wir das Augustende verbringen:


Jule: Marian Keyes - The Woman Who Stole My Life
Resi: Bücher, die zeigen, dass es auch noch schlimmer geht ;-)
Juli: Kinder-Lexika (manche Sachen können Mama & Papa einfach nicht erklären)



Jule: The Script! Live! Morgen Abend!
Resi: Lieblingsplaylist
Juli: König der Löwen Soundtrack ("Aaaah... Svenjaaa!")




Jule: Alles für unseren Flohmarktverkauf am Samstag vorbereiten
Resi: Mittagsschlaf gegen Kaffee tauschen
Juli: Puzzle mit 48 Teilen puzzlen




Jule: schwarz-weiße Muster
Resi: momentanen Lieblingsschmuck
Juli: coole Flipflops für kleine Duuudes




Jule: mit einem "Juläää, wollnwa backen?!" (von Juli) begrüßt werden
Resi: den besten Durstlöscher
Juli: seinen "Simba"

Wie lasst ihr den August ausklingen? Habt ihr noch viele Abenteuer für den restlichen Sommer geplant?


Montag, 24. August 2015

DIY: Personalisiertes Memory-Spiel mit eigenen Motiven

Huch, der einzige, der unsere DIY-Kategorie in den letzten Monaten mit seinen Basteleien (siehe Eierkarton-Krokodil und Pappteller-Vögel) aufrecht erhalten hat, ist Juli. An sich bastel, male und gestalte ich ja wirklich, wirklich gerne, aber meist konzentriert sich das auf die kühleren, graueren Jahreszeiten, wenn große Feste und Geburtstage anstehen. Momentan fühle ich mich in meiner Wohnung außerdem so pudelwohl, dass ich erst einmal nichts weiter verändern möchte (wobei ich ja vielleicht doch mal meine rosa Wohnzimmerwand rauchblau streichen und die Gallerie-Wand entsprechend neu gestalten könnte....) und auch keine weiteren (realistischen) DIY-Projekte im Hinterkopf habe. In den letzten Wochen haben sich meine kreativen Ergüsse fast ausschließlich auf die Mal-Sessions mit Juli konzentriert, der mich dabei nur zu gern kommandiert und befiehlt, was ich als nächstes malen soll: "Einen Grüffelo! Die Lieselotte! Das Gruselmonster! Noch einen Grüffelo!". Wann immer ich eine einfache Sonne auf's Papier zauber, fragt Juli immer direkt: "Kann die Sonne auch lachen?!". Dieser ewige Sonne-mit-Gesicht-Kreislauf konnte nur durchbrochen werden, indem ich der Sonne neulich zur Abwechslung eine Sonnenbrille zeichnete - bäm, das brachte mir mindestens 10 weitere Punkte auf meiner Coole-Patentante-Skala ein, weil Juli nun natürlich denkt, ich hätte die Sonne mit Sonnenbrille erfunden. Was ich natürlich auch habe. So, genug der Anekdoten. Heute soll es schließlich um eine richtige Bastelei gehen: Ein personalisiertes Memory-Spiel, das ich für Juli mit seinen Lieblingsmotiven gebastelt habe.


Juli ist ja noch nicht einmal 3 Jahre alt, aber er ist schon ein richtiger kleiner Puzzlemeister. Puzzlen gehört definitiv zu seinen allerliebsten Lieblingsgeschäftigungen, für die er außerdem auch die allergrößte Ausdauer hat - und das will bei einem Kleinkind viel heißen. Neben seiner großen (und stetig wachsenden) Puzzlekiste hat er auch eine Spielekiste mit altersgerechten Gesellschaftsspielen. Für die interessiert er sich überhaupt nicht. Kein bisschen. Sein Motto scheint zu sein: "Warum soll ich spielen, wenn ich puzzlen kann? Warum soll ich Memorykarten umdrehen, wenn man sie am Ende nicht zusammenpuzzlen kann?". Nun ja. Weil ich mir sicher bin, dass ihm Memory wirklich Spaß machen würde, wenn er den bunten Kärtchen nur mal genügend Aufmerksamkeit schenken würde, habe ich beschlossen, ihm ein Memory mit seinen Lieblingsdingen zu basteln - in der Hoffnung, dass er sich mehr für die Kärtchen interessiert, wenn Nemo, Lieselotte, und sein Kuschelfuchs die Spielkarten zieren. Bei diesem kleinen DIY-Projekt handelt es sich natürlich um keine neuartige Innovation, aber vielleicht kann ich euch mit meiner kleinen Anleitung zumindest ein bisschen inspirieren, wenn ihr auch ein Geschenk für euer liebstes Kleinkind oder auch für ein größeres Kind basteln möchtet. Juli denkt zumindest, ich hätte das personalisierte Memo extra für ihn erfunden. Bäm, 10 weitere Punkte!


Ihr braucht:
feste, identische Pappkärtchen (selbst gemacht oder gekauft)
Fotos/ausgedruckte Lieblingsmotive
selbstklebende Folie (eigentlich zum Einschlagen von Büchern)
Schere
Foto-Klebe-Punkte

Das Basteln des Memorys erklärt sich eigentlich fast von selbst. Wenn ihr richtig dicke/stabile Pappe und viel Geduld habt, könnt ihr die Kärtchen-Rohlinge natürlich selbst produzieren, aber wenn ihr es ein wenig einfacher gestalten wollt, könnt ihr z.B. auch dieses vorgefertigte Set kaufen. Die Kärtchen aus dem Set haben eine optimale Größe (6 x 6 cm), sind schön stabil und haben eine hübsche grüne Rückseite. Die weiße Oberseite könnte von größeren Kindern auch gut bemalt werden, aber Juli ist (abgesehen von besagten Sonnen) bislang ein Vertreter der abstrakten Kunst und hierbei wäre es eher schwierig geworden, identische Paare zu gestalten. Als Motive habe ich Fotos von Juli selbst, einigen seiner Lieblingsmenschen und seiner momentanen Lieblingsdinge am PC zurecht geschnitten und auf mattem Fotopapier ausgedruckt (so finde ich die Qualität der Drucke schöner). Um die Memorykärtchen ein bisschen haltbarer und julisicherer zu gestalten, habe ich die Bilder mit selbstklebender Folie überzogen, bevor ich sie schließlich ausgeschnitten und auf die Pappkarten geklebt habe. Hierzu eignen sich doppelseitige Foto-Klebe-Punkte bestens, die ich jeweils in jede Ecke der Karten geklebt habe. Auf diese Weise halten die Fotos richtig gut und man vermeidet aufwendiges Geklecker mit Flüssigkleber, der "Spuren" auf der grünen Rückseite der Kärtchen hinterlassen könnte. 


Das Aufwendigste war die Auswahl der Motive, aber davon abgesehen, habe ich das Memory in weniger als zwei Stunden fertig gebastelt (und das auch nur, weil ich im Umgang mit der Schere miserabel und langsam bin :D). 


In dem Kartenset waren 60 Karten (also 30 Paare) enthalten, aber ich habe erst einmal nur 15 Paare gestaltet, um Juli das Spiel langsam zu erklären. Hierbei habe ich mich, wie gesagt, auf seine momentanen Lieblingssachen konzentriert, aber weil noch so viele Kärtchen übrig sind, kann ich die im Laufe der Zeit auch noch ergänzen. Man könnte natürlich auch nur ein Memory mit Fotos sämtlicher Familienmitglieder gestalten (vielleicht auch besonders gut, um mit noch kleineren Kindern die Namen aller Verwandten zu üben), aber Julis Familie ist so groß, dass ich nicht gewusst hätte, wo ich da anfangen und aufhören sollte. Da hätten 30 Paare vermutlich auch gar nicht ausgereicht :D.


Juli findet das Memory übrigens super - super, um die Kärtchen anzuschauen, die Motive zu benennen und die Karten wie einen Eishockey-Puck über den Boden zu schießen. Wir haben auch schon kurz tatsächlich Memory gespielt, alle Karten wurden umgedreht, ich deckte eine Nemo-Karte auf und erklärte Juli, dass wir nun die andere Nemo-Karte suchen müssten. Daraufhin drehte er alle Karten nacheinander um und fragte immer wieder (leicht panischer werdend): "Woooo?! Woooooo?!". Als er Nemo gefunden hatte (ha, wie passend - Findet Nemo 2.0), legte er beide Karten nebeneinander und versuchte sie wie Puzzleteile miteinander zu verbinden. Nun ja.


Mit den übrigen Paaren wurde der beschriebene Vorgang wiederholt. Ich kam übrigens nicht dran und durfte keine Karten umdrehen. Vielleicht läuft's morgen ja besser. Wenn nicht, puzzlen wir halt.




Montag, 10. August 2015

Hirse-Apfel-Waffeln mit Vanilleeis und karamellisierten Walnüssen (& Unboxing der Juli-Degustabox)

Auch wenn ich hier in und wieder erwähne, dass ich mich gerne mal von Superfood-Hypes verlocken lasse, ernähre ich mich natürlich (!) nicht nur von Kohlrabi und grünen Smoothies. Dazu mag ich Burger, Schokolade und Kohlenhydrate viel zu gerne. Insgesamt würde ich meine Ernährung aber auch als relativ ausgewogen bezeichnen und bevor ich auf's Whole30-Boot aufspringe oder eine Gemüseaftkur mache, halte ich mich eher an mein Motto everything in moderation. Alles in Maßen. Gleichzeitig mag ich viele gesunde/gesündere Lebensmittel aber auch einfach richtig gerne, was die halbwegs ausgewogene Ernährung natürlich erleichtert. Vollkornbrot schmeckt mir beispielsweise viel besser als Toast und meine "5 a day"-Obst-Gemüse-Ration verputze ich meist ganz unbewusst, weil ich (gerade im Sommer) gar nicht ohne frisches Obst und Gemüse leben könnte. Und wo wir gerade bei gesunden Lebensmitteln sind - wusstet ihr, dass Braunhirse als mineralstoffreichstes Getreide der Erde gilt und u.a. einen hohen Gehalt an Magnesium, Eisen und Phosphor hat? Nein, ich auch nicht! Als neulich die neue Degustabox* ins Haus flatterte und ich ein Päckchen Bio-Braunhirse von Urkornhof in der Box fand, wollte ich unbedingt ein tolles Rezept mit diesem Vollwert-Produkt ausprobieren, da ich zuvor noch nie mit Hirse gekocht hatte und mir auch nicht sicher war, ob ich überhaupt schon einmal bewusst Hirse gegessen hatte. Obwohl ich die Hirse auch einfach in mein morgendliches Müsli oder in Smoothies hätte mixen können, wollte ich etwas Besonderes und etwas besonders Leckeres ausprobieren. Gleichzeitig wurde es höchste Zeit mein neues Waffeleisen endlich einzuweihen und nach kurzer Recherche entschied ich mich dazu, ein ausgefallenes Rezept leicht abzuwandeln und meine Braunhirse in Hirse-Apfel-Waffeln mit Vanilleeis und karamellisierten Walnüssen zu verwandeln.


Für etwa 10 Waffeln:
150 g Butter (weich)
3 Eier
3 EL Zucker
1 kräftige Prise Zimt
1 Prise Salz
300 g Braunhirse (gemahlen)
1/2 TL Backpulver
250 ml (+ etwas mehr) Milch
2 Äpfel, geschält und gerieben
etwas Öl für das Waffeleisen

Für die karamellisierten Walnüsse:
60 g Walnuss-Hälften
2 EL Zucker
1 Tütchen Vanillezucker
30 ml Wasser 

Dazu: 
Vanilleeis
Karamellcreme

Wenn ihr die Waffeln backen möchtet, ist es wichtig etwas mehr Zeit einzuplanen, da der Teig etwa 2 Stunden quellen sollte, bevor ihr ihn in das Waffeleisen geben könnt. Für den Teig schlagt ihr zunächst die Butter mit den Eiern, dem Zucker, dem Zimt und dem Salz zu einer cremigen Masse. Anschließend gebt ihr die Baunhirse, das Backpulver und die 250 ml Milch hinzu und mixt fleißig, bis ihr einen glatten Teig habt. Den Teig stellt ihr nun erst einmal für zwei Stunden in den Kühlschrank. In der Zwischenzeit könntet ihr euch schon einmal den karamellisierten Walnüssen (siehe weiter unten) widmen oder euer liebstes Vanilleeis im Supermarkt besorgen (oder natürlich auch selbst machen). Nach den zwei Stunden "Quellzeit" holt ihr den Waffelteig wieder aus dem Kühlschrank. Wenn der Teig zu fest ist, könnt ihr noch einen Schuss Milch hinzugeben, bis der Teig flüssig genug ist. Nun rührt ihr noch die frisch geriebenen Äpfel unter den Teig (nicht vorher, sonst ziehen die Äpfel zu viel Flüssigkeit) und dann kann das Waffelbacken beginnen. Hierzu fettet ihr euer Waffeleisen wie gewohnt ein, gebt etwa 3 EL Teig in das Eisen und backt die Waffeln etwa 3 Minuten lang aus, bis sie goldbraun sind.

Für die karamellisierten Walnüsse bringt ihr das Wasser mit dem Zucker und Vanillezucker sehr heiß zum Kochen bis sich die Masse leicht braun verfärbt (das dauert eine Weile). Dann reduziert ihr die Hitze und gebt die Walnüsse in die Zuckermasse. Nun ist es wichtig, dass ihr das Ganze gut umrührt, damit die Nüsse nicht anbrennen, aber gleichzeitig mit einer feinen Karamellschicht benetzt werden. Das geht aber auch ganz schnell und sobald alle Nüsse mit Karamell überzogen sind, solltet ihr den Topf schnell vom Herd nehmen und die Nüsse einzeln auf Backpapier trocknen lassen, damit sie nicht verkleben und ihr am Ende nicht nur einen großen Nussklumpen habt.

Ich habe die warmen Waffeln mit Vanilleeis, den karamellisierten Nüssen und etwas Karamellcreme (aus dem Glas) serviert.


Ich sage euch, die Kombination von Waffeln, Apfel, Zimt, Vanilleeis, Karamell und Nüssen ist ein ganz schöner Kracher. Gleichzeitig muss ich aber auch zugeben, dass mir die Hirse-Apfel-Waffeln ohne all die köstlichen Zugaben tatsächlich zu gesund und "vollwertig" geschmeckt hätten. Wenn man auf der Suche nach einem alternativen, gesünderen Waffelrezept ohne Weizenmehl ist, sind die Hirse-Waffeln auf jeden Fall eine gute Idee. Die geriebenen Äpfel geben den Waffeln hierbei auch eine besonders frische und saftige Note. Wenn man sich allerdings einfach nur leckere Waffeln (ohne Rücksicht auf böses helles Mehl und noch böseren Zucker) gönnen möchte, würde ich, ganz ehrlich, weiterhin ganz klassische Waffeln bevorzugen.


Wie immer zeige ich euch nun auch noch schnell in einem kleinen Review, was es neben der Bio-Braunhirse noch in der Juli-Degustabox gab: Besonders gut gefallen haben mir der Bärlauchsenf von Münchner Kindl (passt perfekt zum Gegrilltem!) und die "Say yes to no"-Brotchips von van der Meulen (Sour cream & onion, sehr lecker!). Das Bitburger 0,0% mit Grapefruit-Geschmack mochten Resi und ich auch sehr. Juli hat sich außerdem über die Vitaldrink-Trinkpäckchen von Limuh und die Rumms!-Snacks von Helden!-Snacks gefreut. Außerdem steckten in der Box auch noch zwei frische Mohnschnecken von Kuchenmeister (praktisch als Snack für die Arbeit oder unterwegs), ein Tütchen Neuronade-Getränkepulver von Nureo (zur Konzentrationssteigerung, ich bin da ja immer eher skeptisch), eine Flasche Bayão (eine Art Cocktail in der Sorte Pitanga), Kaffeeweißer von Schlagfix und zwei Tütchen Moussezauber von Diamant (einmal "Frucht" und einmal "Joghurt" - sowas habe ich noch nie ausprobiert, bin aber gespannt). Die Juli-Box war zwar nicht meine Lieblingsbox, aber insgesamt war der Inhalt auch wieder sehr gut und bunt gemischt.

Falls ihr die Degustabox auch testen möchtet könnt ihr sie hier im Abo für 14,99€/Monat bestellen. Außerdem gibt es auf der Facebook-Seite der Degustabox gerade ein Gewinnspiel, bei dem ihr ein ganzes Jahresabo gewinnen könnt - viel Glück! :-)

*Sponsored Post: Vielen Dank an das Team von Degustabox, das uns die Box zum Testen zur Verfügung gestellt hat. Obwohl dieser Eintrag Werbung für die einzelnen Produkte enthält, entsprechen meine Kommentare meiner ehrlichen Meinung und mir hat die Box wirklich wieder gut gefallen :-).



Dienstag, 4. August 2015

Buchtipp: Einfach unvergesslich

Etwas, das ich definitiv von meiner Mutter geerbt habe, ist die Leidenschaft für Bücher. Glücklicherweise haben wir dabei auch einen ähnlichen Buchgeschmack, sodass ich mich, wenn ich immer mal wieder für einige Tage in der Heimat bin, an den Bücherregalen meiner Mutter bedienen kann und keinen eigenen Lesestoff mitschleppen muss. Bei meinem letzten Heimaturlaub drückte sie mir allerdings direkt ein Buch in die Hand, das ich unbedingt lesen sollte: Einfach unvergesslich von Rowan Coleman. Dabei erklärte mir meine Mutter auch direkt, dass die Geschichte zwar sehr traurig, aber gleichzeitig auch einfach richtig schön wäre und... viel treffender könnte man den Roman wohl auch gar nicht zusammenfassen.


Die Geschichte dreht sich um Claire, die an einer besonders schnell fortschreitenden Form von Alzheimer leidet. Ihr Kopf ist, wie sie sagt, eine Wundertüte. Allerdings handelt es sich bei der Protagonistin nicht um eine ältere Dame, die zufrieden auf ein vollkommenes Leben zurückblicken kann. Claire ist eine Frau, die eigentlich erst Mitten im Leben steht - frisch verheiratet mit Greg, Lehrerin aus Leidenschaft und Mutter der zwanzigjährigen Caitlin und der erst dreijährigen Esther.Aufgrund der furchtbaren und unberechenbaren Diagnose scheint mit Claire also nicht nur eine fröhliche und selbstständige Frau zu zerbrechen, sondern auch die ganze Familie droht mit der Krankheit zu zerfallen. Neben ganz alltäglichen Schwierigkeiten, wie die Benutzung eines Telefons oder eines Reißverschlusses, stehen Claire und ihre Familie bald vor ganz anderen Problemen. Während Claire immer mehr ihren Orientierungssinn verliert und selbst ihren geliebten Mann für einen Fremden hält, versucht sie hartnäckig sich an etwas sehr wichtiges zu erinnern, das sie ihrer ältesten Tochter, Caitlin, unbedingt sagen will. Gleichzeitig gibt es aber auch etwas, das Caitlin ihrer verwirrten Mutter dringend erzählen muss, aber der richtige Zeitpunkt scheint einfach nicht zu kommen...



Oft empfinde ich Romane, die aus den Perspektiven verschiedener Charaktere erzählt werden, etwas anstrengend, aber Rowan Coleman setzt den Perspektivenwechsel so geschickt ein, dass die wechselnde Sicht auf Claires Krankheit und deren Auswirkungen auf den Rest der Familie besonders fesselnd und berührend geschildert werden. Hierbei wechseln sich Kapitel aus der Gegenwart mit Einträgen aus Claires Erinnerungsbuch ab. Das Erinnerungsbuch bekommt Claire von Greg geschenkt und alle Familienmitglieder halten in diesem Buch besondere, unvergessliche Momente mit Claire fest, wodurch der Leser einen tiefen und umfassenden Einblick in die Vergangenheit der Protagonistin erhält. Das Erinnerungsbuch zieht sich somit wie ein roter Faden durch den gesamten Roman - ich empfand diese Idee als ganz wunderbar und habe mich gefragt, ob Betroffene wohl auch in der realen Welt auf so eine Methode der Erinnerung zurückgreifen.



Natürlich ist die komplexe Geschichte über das gemeinsame Schicksal aller Charaktere in erster Linie sehr dramatisch und traurig, aber gleichzeitig gibt es auch viele hoffnungsvolle und komische Momente, über die als Leser lächeln konnte. Zum Glück mussten meine Familie und ich persönlich noch keine Erfahrungen mit Alzheimer machen, aber ich schätze den Roman insgesamt als sehr authentisch ein. Mich hat Claires Schicksal sehr berührt, auch die Geschichte um ihre Tochter Caitlin gefiel mir besonders gut und spätestens mit dem überraschenden Twist am Ende stand für mich fest: Dieses Buch ist tatsächlich einfach unvergesslich

Vom Stil und von der Dramatik hat mich der Roman übrigens sehr an die Bücher von Jojo Moyes (und die liebe ich ebenfalls!) erinnert. Nachdem ich zuvor noch gar nichts von Rowan Coleman gehört hatte, habe ich nun herausgefunden, dass die britische Autorin bereits recht viele Romane geschrieben hat. Nun bin ich mal gespannt, ob mir die anderen Bücher auch so gut gefallen. Könnt ihr vielleicht zufällig etwas empfehlen? :-)