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Donnerstag, 28. Januar 2016

Buchtipp: Das unerhörte Leben des Alex Woods

Dass Bücher zu den Dingen zählen, die ich am allerliebsten verschenke, habe ich ja schon öfter erwähnt. Gleichzeitig freue ich mich aber auch jedes Mal, wenn ich selbst ein Buch geschenkt bekomme - ganz besonders, wenn es ein "Überraschungsbuch" ist, das ich mir nicht ausdrücklich gewünscht habe. Demnach habe ich mich sehr gefreut, als Resi mir zu Weihnachten "Das unerhörte Leben des Alex Woods" von Gavin Extence, von dem ich zuvor noch gar nichts gehört hatte, schenkte. 


Um genau zu sein, habe ich das Buch, wie ihr seht, auf Englisch mit dem Titel "The Universe versus Alex Woods" bekommen, aber der Inhalt der deutschen und englischen Version wird sicherlich der Gleiche sein und um den soll es schließlich gehen. Die Geschichte beginnt mit ihrem eigentliche Ende, an dem der siebzehnjährige Alex Woods an der Grenze Großbritanniens gestoppt wird - die Musik im Auto voll aufgredreht, das Handschuhfach gefüllt mit Marihuana und auf dem Beifahrersitz ist eine Urne platziert, die mit der Asche von Isaac Peterson, einem alten Mann, gefüllt ist. Alex kämpft zunächst gegen einen sich anbahnenden epileptischen Anfall an und erzählt dem Leser dann rückblickend, wie es überhaupt zu diesem kuriosen Vorfall an der Grenze kommen konnte. 


Als Alex zehn Jahre alt ist, wird er von einem Meteoriten getroffen, der urplötzlich durch das Dach seines Wohnhauses stürzt. Alex fällt ins Koma und als er einige Wochen später im Krankenhaus erwacht, kennt ganz England seine außergewöhnliche Geschichte. Infolge seiner Verletzungen leidet Alex an Epilepsie und in Kombination mit seinem eigenwilligen Charakter macht ihn die Krankheit erst recht zu einem Außenseiter. Alex verkriecht sich in seinem Zimmer, verschlingt wissenschaftliche Bücher und grübelt über seine Mutter, sich selbst und das Leben. Seine Situation verändert sich allerdings erneut schlagartig, als er durch einen weiteren kuriosen Zufall den kauzigen Mr. Peterson kennenlernt und - zunächst widerwillig - viel Zeit mit dem alten Mann verbringt. Als aus Alex und Mr. Peterson schließlich wahre Freunde werden, hinterfragen sie gemeinsam den Sinn des Lebens und durchleben außergewöhnliche Höhen und Tiefen. Nach einem besonders großen Schicksalsschlag verspricht Alex seinem Freund einen ganz besonderen Wunsch zu erfüllen - ohne Angst vor den möglichen Konsequenzen.


Ich muss zugeben, dass es einige Leseabende dauerte, bis ich so richtig in die Geschichte eintauchen konnte, was möglicherweise auch daran liegt, dass die Handlung zunächst nur sehr langsam fortschreitet und erst im Laufe des Romans so richtig in Fahrt kommt. Da ich überhaupt nicht wusste, was mich erwarten würde, hatte ich nach dem Vorfall mit dem Meteoriten ein wenig Angst, dass sich das Buch als Science-Fiction-Story entpuppen würde und Alex durch den Unfall seltsame Superkräfte erhalten würde. Zum Glück traf das aber nicht zu und anstatt dessen entwickelte sich eine ganz wunderbare, unterhaltsame, herzerwärmende und nachdenklich stimmende Geschichte über Freundschaft, das Leben und den Tod. 


Besonders interessant ist der Erzählstil des Romanes, da der Großteil der Geschichte nicht nur rückblickend aus Alex' Sicht erzählt wird, sondern er die Geschehenisse auch selbst hinterfragt und kommentiert, was dem Ganzen oft eine besonders ironische und sarkastische Note verleiht. Insgesamt ist Gavin Extences Schreibstil unglaublich erfrischend, witzig, geistreich und mitreißend - wäre ich in letzter Zeit abends nicht immer so unglaublich müde gewesen, hätte ich den Roman garantiert noch viel schneller verschlungen. Ohne den moralischen und philosophischen Zeigefinger zu hoch zu heben und ohne allzu großes Drama, schafft es Gavin Extence, den Leser Teil eines wirklich merkwürdigen Abenteuers werden zu lassen, das er sicherlich nicht so schnell vergessen wird. Neben all den Liebesromanen und Krimis, die ich sonst meist lese, kann ich euch Alex' ungewöhnliche Geschichte nur wärmstens empfehlen - unerhört sollte sie nämlich definitiv nicht bleiben!

Mittwoch, 13. Januar 2016

Schoko-Erdnuss-Bananen-Smoothie-Bowl (& Unboxing der Dezember-Degustabox)

Na, habt ihr schon von sogenannten "Smoothie Bowls" gehört? Nach Grünkohl, Chia-Samen und sonstigen Superfoods in allen Varianten scheint der Smoothie in der Schüssel gerade der neue Trend im Food-Blogger-Himmel und auf Pinterest zu sein. Der Unterschied zum klassischen Smoothie liegt darin, dass der frische Frucht-(Gemüse-)Mix nicht wie gewohnt aus dem Einmachglas mit hübschem Papierstrohhalm genossen wird, sondern aus einer Schüssel (bowl) mit köstlichem Topping, bevorzugt zum Frühstück, gelöffelt wird. Da ich frische Smoothies ja ohnehin in sämtlichen Variationen liebe, habe ich nur auf eine Gelegenheit gewartet, um den Smoothie 2.0 auch endlich auszuprobieren und da kam mir der Mandeldrink von Alpro aus der Dezember-Degustabox als Basis gerade richtig.


Für eine Portion:
2 kleine Bananen
100-150 ml Mandelmilch (oder "Mandeldrink" von Alpro)
2-4 Datteln (entsteint)
1 EL Erdnussbutter
2 EL Kakao (ungesüßt)

Toppings:
Haferflocken
Kokoschips
Sesamkörner
Erdnüsse
Obst
...

Alle Zutaten für den Smoothie werden ganz einfach im Standmixer zu einem cremigen Smoothie püriert. Die Datteln dosiert ihr dabei nach gewünschtem Süßungsgrad - mir haben zwei gereicht. Nachdem ihr euren Smoothie in eine Schüssel gefüllt habt, bestreut ihr euer Frühstück einfach mit euren Lieblingstoppings und lasst es euch schmecken. Happy breakfast!


Es ist kaum zu glauben, dass etwas, das wie Schokopudding aussieht und auch noch fast genau so gut schmeckt, tatsächlich nur voller guter Zutaten steckt! Das hier war übrigens mein erster schokoladiger und nussiger Smoothie (übrigens auch vegan und.. äh.. bestimmt auch paleo und so), aber natürlich könnt ihr jeden eurer Lieblingssmoothies auch in eine "Smoothie Bowl" mit köstlichen Toppings verwandeln.


Ich habe übrigens mit Erschrecken festgestellt, dass das letzte herzhafte Rezept auf dem Blog vor Ewigkeiten gepostet wurde. Das liegt zum einen natürlich daran, dass mich die Examensarbeit (die übrigens fertig ist - juhuuu!) in den letzten Wochen sehr eingenommen hat, aber auf der anderen Seite liegt es an dieser dunklen Jahreszeit und der Tatsache, dass wir meist abends kochen und es da unmöglich wäre blogtaugliche Fotos zu schießen - die Fotos der Smoothie Bowl waren bei grauem Regenwetter vormittags um 11 Uhr ja schon eine richtige Herausforderung mit auch nicht so richtig zufrieden stellendem Ergebnis. Bald wird's ja hoffentlich wieder etwas heller und der Winter hat ja auch seine schönen Seiten :-).


Neben dem Mandeldrink steckte in der Dezember-Degustabox auch noch ein Kokosdrink von Alpro, der auch noch "versmoothiet" wird, war die Box prall gefüllt mit überwiegend gesunden Produkten für einen guten und ausgewogenen Jahresstart.


Besonders gefreut habe ich mich über das Himbeer-Joghurt-Knusper-Müsli von myline - neben Smoothies sind Müslis nämlich mein Lieblingsfrühstück. Außerdem gab es auch noch Dinkel-Eiswaffeln von Rosengarten, eine Flasche glutenfreies Bier von Daura Damm, Bio Erbsen und Möhrchen von Bonduelle, einen Kräuter-Brotzeit-Aufstrich von Tartex, einen Diät-Kokos-Schoko-Riegel von Atkins und flüssige Stevia-Süße von Natreen. Juli durfte sich dann auch noch über eine Bio-Schorly von Capri-Sonne, Gummidrops von Kinder Em-eukal und Vollkorn-Minis von Leibniz freuen. Bei all den Produkten für eine bewusste(re) Ernährung hätte das liebe Degustabox-Team die Box glatt als "Diätbox" vermarkten können, aber mir hat der Inhalt auch ohne aktuelle Diätpläne weitestgehend gut gefallen :-).

Falls ihr die Degustabox auch testen möchtet könnt ihr sie hier im Abo für 14,99€/Monat bestellen.

*Sponsored Post: Vielen Dank an das Team von Degustabox, das uns die Box zum Testen zur Verfügung gestellt hat. Obwohl dieser Eintrag Werbung für die einzelnen Produkte enthält, entsprechen meine Kommentare meiner ehrlichen Meinung und mir hat die Box wirklich wieder gut gefallen :-).
 

Mittwoch, 6. Januar 2016

Mein Leben am Ende der Spielstraße - 2015 vs. 2016

Wer mich kennt, mich vielleicht schon das eine oder andere Mal besucht hat, oder auch häufiger Gast bei uns ist, weiß, dass wir in einer wirklich wunderschönen und großzügig geschnittenen drei-Zimmer-Wohnung im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses wohnen. Wir sind stolze Pächter einer direkt an das Grundstück angrenzenden großen Wiese, auf der mittlerweile unser eigenes Klettergerüst mit Rutsche, ein großes Trampolin und eine selbst aufgebaute Gartenhütte stehen. Unser Zuhause befindet sich in einer ruhigen hessischen Kleinstadt in einem noch viel ruhigeren Wohngebiet. Wir schauen von unseren großen Terrassentüren im Wohnzimmer, sowie aus dem Küchenfenster auf eine riesengroße Pferdekoppel und den dahinter liegenden Bauernhof. Das Haus, in dem wir wohnen, steht an einem Wendekreis am Ende einer Spielstraße. Es ist perfekt.

Wer mich kennt, weiß auch, dass das Jahr 2015 mir nicht nur Freude, sondern vor allem viele viele Sorgen bereitet hat. Bis Februar 2015 habe ich einen Großteil meines Lebens mit dem Meistern des fünften Semesters an der Uni verbracht. Direkt im Anschluss verbrachte ich beinahe die kompletten Semesterferien mit meinem ersten Schulpraktikum, das mir zwar unheimlich viel Spaß gemacht, mich aber auch sehr geschlaucht hat. Die Vormittage in der Schule sitzend, musste ich häufig nachmittags und abends an den Schreibtisch, um Unterricht vorzubereiten. Zeit mit Juli hatte ich nur wenig. Zusätzlich habe ich natürlich durchgängig jeden Monat noch knappe 50 Stunden in der Kneipe verbracht - arbeitend versteht sich. Ohne Zeit zum Durchatmen startete ich Anfang April ins Sommersemester, mein sechstes Semester, mein viertes mit kleinem Kind. Ich kann sagen, dass es das schlimmste Semester war, das ich bislang erlebt habe. Nach wie vor kann ich die Tage, die ich innerhalb der vier Monate nicht in der Uni, am Schreibtisch oder an der Arbeit verbracht habe, an zwei Händen abzählen. Zeit mit Juli hatte ich noch weniger. Zeit mit Philipp (allein) sogut wie keine. Ich habe viel geweint, ich war unausstehlich, ich hätte so gern aufgegeben. Ich war kurz davor aufzugeben. Gott sei Dank hatte ich Juli, der mich wenigstens für kurze Zeitfenster auf den Boden zurückholen konnte. Und mit Philipp den besten und geduldigsten Mann an meiner Seite. Und fabelhafte Freunde (Jule, Elena, Tine, Tim... dieses <3 ist für euch). Sie haben mich so unglaublich gut unterstützt, dass ich gerade, während ich tippe, einen riesigen Kloß im Hals bekomme. Sie haben mich daran erinnert, dass ich noch nie aufgegeben habe und das stimmt tatsächlich. Ich gebe nicht auf. Auch diesmal habe ich nicht aufgegeben und plötzlich war es Mitte Juli. Das Semester war vorbei und ich konnte für die Zeit eines wundervollen (und verregneten) Urlaubes an der Nordsee wieder durchatmen. Die Meerluft hat nicht nur meine Akkus neu aufgeladen, sondern auch meine Gedanken wieder sortiert. Ich war mir jetzt sicher: SO konnte es nicht weitergehen. Mein Leben auf der Überholspur hatte mich selbst überholt, es war schneller als mein Ehrgeiz, schneller als meine Kraft und schneller als meine Ausdauer. Es war so schnell, dass es Lachen und Glück durch Verzweiflung und Trostlosigkeit ersetzt hatte. Nach dem Urlaub quälte ich mich noch durch drei Hausarbeiten, aber ich hatte auch ein neues Ziel: auf die Bremse treten, mal anhalten, wenn man eine Pause braucht, die Fahrt genießen anstatt Bäume und Felder vorbeirauschen zu lassen.



In meinem siebten Semester, das im Oktober startete, belege ich nur vier Kurse, nebenbei mache ich das semesterbegleitende zweite Schulpraktikum, das jedoch bei Weitem nicht so aufwändig ist, wie das erste. Es war mir wichtig, Letzteres bis Februar zu schaffen, denn für Philipp und mich hatte sich noch eine ganz neue Zukunftsperspektive geöffnet: dreieinhalb Jahre schien uns der für uns perfekte Abstand unter Geschwistern zu sein. Wir haben lange darüber gesprochen, viel abgewägt und schließlich beschlossen, dass der Zeitpunkt für ein zweites Baby gekommen war. 

Heute bin ich in der 22. Woche schwanger. Es geht mir wunderbar. Ich bin glücklich. Ich verbringe viel Zeit mit Juli und mit Philipp. Endlich können wir wieder Dinge als Familie unternehmen. Auch meine Freunde sehe ich wieder regelmäßig. Ich gehe auch zur Uni, ich gehe zur Schule und ich gehe arbeiten. Aber ich schaffe das alles ohne das ständige Gefühl zu haben, jeden Moment zusammenzubrechen. Wenn ich nicht mehr kann, mache ich eine Pause. Das Semester endet für mich am 10. Februar, also in vier Wochen. Diese Wochen werden nochmal härter, da Prüfungen anstehen, aber ich habe keine Angst. Ich weiß jetzt, dass man nicht mehr leisten kann, wenn man unermüdlich aufs Gaspedal tritt. Es ist die Bremse, die mindestens genauso wichtig ist. In diesem Jahr werde ich vor allem eines sein: Mama. Und an zweiter Stelle eine gute Freundin - zum einen für Philipp, das versteht sich von selbst, aber zum anderen auch für meine Freunde, insbesondere Jule und Elena, die im Herbst ihre Examensprüfungen machen werden. Ich bin so stolz auf euch, Mädels.

2015, du hast mich viel gelehrt - du warst eine wahrhafte Autobahn. Nimm es mir nicht übel, aber mein 2016 wird wohl mehr einer Spielstraße gleichen. Und das ist gut so.

Samstag, 2. Januar 2016

Motiviert ins neue Jahr / Wallpaper für euren PC

Na, seid ihr gut ins neue Jahr gestartet? Wir haben haben an Silvester einen entspannten und lustigen Spieleabend veranstaltet, während Juli den vierten Jahreswechsel seines Lebens übrigens trotz all der Knallerei komplett verschlafen hat. Ich glaube, ich habe mir - neben den Klassikern "mehr Bewegung, gesünder essen, weniger stressen lassen, ..." -  noch nie wirklich weltbewegende Vorsätze gemacht und auch dieses Jahr habe ich mir einfach nur vorgenommen das Jahr, trotz all der großen Herausforderungen, so zuversichtlich und entspannt wie nur möglich anzugehen. Als grundsätzlich eher besorgter und nachdenklicher Mensch versuche ich mich von zu vielen Grübeleien abzuhalten und mich auf all die wunderbaren Dinge zu konzentrieren, die 2016 auf mich warten: Dieses Jahr werde ich meine Examensarbeit fertigstellen und abgeben, dieses Jahr werde ich meinen Uniabschluss machen, dieses Jahr plane ich einen Führerschein zu machen, dieses Jahr werde ich wichtige Entscheidungen über meine Zukunft treffen müssen, aber... dieses Jahr werde ich auch zum zweiten Mal Patentante werden, dieses Jahr werde ich einen ganzen Tag mit Juli im Heide-Park Karussell fahren, dieses Jahr werde ich (wahrscheinlich auch mit Juli) wieder ein paar wunderbare Tage in meiner irischen Heimat verbringen und dieses Jahr werde ich ganz bestimmt viele tolle Momente erleben, die sich jetzt noch gar nicht erahnen lassen. One step at a time. Um ehrlich zu sein, werde ich meine Examensarbeit nicht nur dieses Jahr fertigstellen, sondern möglicherweise sogar schon nächste Woche. Darüber freue ich mich natürlich sehr (seeehr!!), aber gleichzeitig kann ich auch gar nicht glauben, dass ich die Arbeit an der Arbeit (höhö), trotz all meiner Sorgen und Ängste, ohne Nervenzusammenbrüche und Burn-Out-Erscheinungen überstanden habe. Ein paar wirre Gedanken zu meiner Motivation und meiner Taktik möchte ich heute mit euch teilen.


Meine Examensarbeit früher als notwendig zu schreiben war eine spontane Schnapsidee. Eigentlich hätte ich die Examensarbeit erst ab Februar schreiben brauchen, um sie im Mai abzugeben und somit alle Deadlines einzuhalten, um im Herbst die Abschlussprüfungen zu absolvieren. Ich hatte aber Angst, dass mir das, zusammen mit einer weiteren Hausarbeit und noch drei Seminaren, zu stressig werden würde. Dann hatte ich Angst, dass meine spontane Schnapsidee schon ab November zu schreiben zu überstürzt sein könnte und mir die Weihnachtszeit ruinieren würde. Hat sie aber nicht. Mittlerweile bin ich so froh, dass ich die kommenden Semesterferien weitestgehend als richtige Ferien nutzen kann und mich viel mehr zusammen mit Resi auf die Ankunft von Julis Bruder oder Schwester konzentrieren und freuen kann - als ich mich dafür im Sommer entschied, die EA früher als eigentlich geplant zu schreiben, war Resi noch gar nicht schwanger, also war das sicherlich ein Wink des Schicksals.

Der eigentliche Schreibprozess, für den ich drei Monate Zeit habe, begann Ende November. Ich bin schon immer sehr zielstrebig gewesen und es fällt mir schwer Aufgaben vor mir herzuschieben. Das ist an sich ja nicht unbedingt schlecht, aber aus dem Grund habe ich dann schon öfter mal komplette Hausarbeiten an einem Wochenende geschrieben, was wiederum auch mit viel Stress und Wahnsinn verbunden war. Ein solches Szenario wollte ich bei der Examensarbeit unbedingt vermeiden und alles so entspannt wie nur möglich angehen. Meine Leitsprüche waren dabei "One step at a time" und "What's comin' will come and we'll meet it when it does" (eines meiner absoluten Lieblingszitate aus Harry Potter). Ich wollte natürlich so schnell wie möglich fertig werden, aber ich habe mir auch versprochen, nicht durchzudrehen und niemals einen kompletten Tag nur am Schreibtisch zu verbringen - bei drei Monaten Zeit sollte es dafür nämlich keinen Grund geben. Ich bin unglaublich froh, dass ich diesen Vorsatz tatsächlich eingehalten habe und glaube, dass ich deshalb von Nervenzusammenbrüchen und Burn-Outs verschont geblieben bin. 

Meist arbeite ich morgens an der EA und verbringe den Nachmittag mit Resi und Juli, auf der Arbeit, mit einem großen Spaziergang oder entspanne beim Lesen, Nähen oder Grey's Anatomy gucken. An zwei Vormittagen in der Woche bin ich in der Uni und manchmal gibt es einfach Wichtigeres (wie mit Juli schwimmen zu gehen), weshalb es auch Tage gibt, an denen ich mich überhaupt nicht an den Schreibtisch setze - und das ist auch völlig okay. Um morgens gut arbeiten zu können, hilft mir ein geregelter Tagesrhythmus. Ich zwinge mich vor Mitternacht ins Bett zu gehen, lese unterhaltsame Bücher, um vor dem Einschlafen auf keinen Fall an die EA zu denken und mein Wecker klingelt jeden Morgen um 7 Uhr. Am Wochenende manchmal auch erst um 8 Uhr. Das ist hart, aber vormittags arbeite ich mittlerweile tatsächlich am effektivsten. Natürlich ist es nicht so, dass ich jeden Morgen hochmotiviert bin und manchmal habe ich auch wirklich überhaupt keine Lust, aber die Aussicht auf einen schönen Nachmittag spornt mich meist an. Außerdem weiß ich ja auch, dass es bald vorbei ist und je mehr ich mich anstrenge, desto schneller ist die Arbeit fertig. Allerdings kann ich nachmittags nur dann aufhören und abschalten, wenn ich zufrieden bin und einen genauen Plan habe, wie es am nächsten Tag weitergehen soll. Wenn ich aufhören würde, wenn ich an einer kniffeligen Stelle bin und nicht weiterkomme, würde ich den restlichen Tag immer wieder daran denken und wäre viel zu frustriert.

Als totaler Listen-Mensch helfen mir To-Do-Listen, um einen Überblick über meine Aufgaben zu haben und kleine Zwischenziele sorgen dafür, dass ich nicht vom großen "Endziel" überfordert bin und mich Schritt für Schritt auf die kleinen Dinge konzentrieren kann. Ohne zu sehr abzuschweifen, ist diese Tatsache sogar thematischer Bestandteil meiner Arbeit, was das Ganze mit dem wissenschaftlichen Hintergrundwissen noch ein bisschen interessanter macht und mir hilft zu verstehen, warum ich funktioniere wie ich funktioniere. Oh man, während ich das hier schreibe, liegen nur noch ein Kapitel und das Fazit vor mir und manchmal muss ich mich daran erinnern, dass ich da nicht irgendwas schreibe, sondern meine Examensarbeit. Nicht zu sehr darüber nachzudenken, was ich tue, hilft aber übrigens auch, um nicht durchzudrehen ;-).

Natürlich hat jeder andere Strategien, mit denen er am besten arbeiten kann, aber kleine Schritt-für-Schritt-Ziele und die Aussicht auf schöne Belohnungen helfen mir definitiv. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die Sonnenuntergang-Fotos mit inspirierenden Zitaten auf Facebook teilen, aber ich schreibe immer mal wieder ein neues Motto auf die Tafel an meinem Kühlschrank, das mich durch eine bestimmte Phase begleiten soll (momentan steht da noch "Santa Claus is coming to town" - so viel dazu :D). Zusätzlich habe immer gern einen schönen simplen Spruch als Desktop-Hintergrund auf meinem Laptop (vorzugsweise auf weißem Untergrund, damit alles schön ordentlich ist). Als "Belohnung" für den gestrigen Fortschritt an der EA habe ich ein bisschen mit Photoshop gespielt und vier simple Hintergründe mit meinen liebsten motivierenden und beruhigenden Sprüchen zusammengebastelt, die ihr sehr gerne herunterladen könnt (oder auf Facebook teilen könnt ;-)). Ich wünsche euch, dass ihr jede Herausforderung, der ihr euch in diesem Jahr stellen müsst, ebenfalls so entspannt wie möglich und ohne Nervenzusammenbrüche bewältigen könnt. Immer dran denken: Es wird vorübergehen!  


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Die nächsten fünf Wochen werden nochmal hart und hier auf dem Blog wird es dementsprechend etwas ruhiger werden, während ich die EA fertig schreibe und eventuell nochmal überarbeite. Gleichzeitig müssen auch noch ein Referat vorbereitet und eine furchtbare Klausur geschrieben werden. Bei Resi sieht es ähnlich aus, außerdem muss sie auch noch eine schätzungsweise siebzigseitige totaaal öde Examensarbeit lesen und korrigieren (Danke!). Zwei Tage, nachdem ich die Examensarbeit dann Mitte Februar abgebe (und bevor Resi zu schwanger ist), werden wir gemeinsam mit einer lieben Freundin für ein Wochenende nach LONDON fliegen, um u.a. die Harry Potter Studios zu besuchen und..... das ist die allerbeste motivierende Belohnung überhaupt.